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Die Zeit ist reif für ein Fußballfest auf Kockelscheuer

Es ist definitiv mehr als eine reine Formalität, doch die „Roten Löwen“ haben die Trümpfe im Stade de Luxembourg in der Hand: Nach dem 2:0 auf Malta soll am Dienstagabend ein Fußballfest im ausverkauften Haus stattfinden. Der Trainer wünscht sich dabei etwas mehr Kreativität, aber die gleiche Effizienz.

Leandro Barreiro und Team spielen dynamisch, um Zuschauer mit attraktiven Fußballaktionen zu begeistern

Leandro Barreiro (r.) und Co. wollen die Zuschauer mit etwas schöneren Aktionen begeistern Foto: sportspress.lu/Roland Miny

Der Erwartungsdruck: Ein ausverkauftes Stadion, ein besserer Rasen und eine 2:0-Führung sind drei Elemente, die im Vorfeld für zu viel Selbstvertrauen sorgen könnten. FLF-Nationaltrainer Jeff Strasser warnte genau vor dieser Art der Einschätzung: „Ich würde nach dem 2:0 nicht von einer Erleichterung sprechen. Im Moment gibt es keine Garantie dafür, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden. Wir haben allerdings einen Vorteil“, sagte der Coach. „Es ist unsere Pflicht, diesen Job dementsprechend abzuschließen.“ Deshalb ist das Ziel auch ganz klar ein zweiter Länderspielsieg in Folge: „Wir gehen in dieses Spiel, als wäre das Hinspiel torlos zu Ende gegangen.“

Der Plan: Der Coach wollte nicht verraten, ob es Gründe für Wechsel in der Startelf gibt. „Wir haben die Wahl, Dinge zu ändern oder in der Bestätigung zu bleiben.“ Fakt ist, dass er mit einigen Situationen im Duell auf der Insel nicht zufrieden war. Laut Statistiken hatte Malta beispielsweise bessere Werte im Zweikampf. „Es soll keine Entschuldigung sein, dass sieben Spieler gelbvorbelastet waren. Malta hatte auch insgesamt mehr Abschlüsse als wir – und diese kamen nach zu leichten Ballverlusten unsererseits zustande. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Nur die halbe Wahrheit: „KI schießt keine Tore“, entgegnete Strasser einem Journalisten, der „expected goals“ ansprach. „Fakt ist, dass wir nicht ständig in der Lage waren, in den Sechzehner einzudringen, da wir zu viele Fehler begingen. Das wollen wir ändern.“

Ein bisschen mehr Spektakel: Es war kein Geheimnis. „Inhalt und Kreativität“ haben Strasser auswärts nur teilweise überzeugt. Stattdessen war die Effizienz im Hinspiel vorhanden. Vor eigenem Publikum soll nun beides gezeigt werden. „Zudem will ich, dass wir unseren Ballbesitz in Offensivaktionen im letzten Drittel besser ausnutzen.“

Bessere Bedingungen: Auf Malta war frischer Rollrasen verlegt worden. Der Platz war hoch und hatte vor Anpfiff nicht wirklich viel Wasser gesehen, „weshalb sich das Spiel verlangsamte“. Auch der viele Wind machte den Mannschaften zu schaffen. „Diese beiden Elemente werden am Dienstag keine Rolle spielen. Der Platz wird schnelles Passspiel erleichtern. Zudem wird uns das volle Stadion die nötige Energie liefern.“

Updates aus dem Krankenlager: Als sich FLF-Kapitän Laurent Jans am Donnerstagabend über den Torwart beugte, um sich über dessen Zustand zu informieren, war die Ansage klar: Es handelte sich um ein Alarmsignal im Knie, bei dem Weitermachen mit zu viel Risiko verbunden wäre. Drei Tage später sah die Lage schon viel besser aus. Die Nummer eins wird wohl das Tor gegen Malta hüten können. Ungewissheit herrscht dagegen bei Tiago Pereira. Der Ersatztorhüter musste wegen einer Infektion und Fieber am Montag zur Blutabnahme. Tim Kips, die Nummer vier der Torwart-Rangliste, ist am Samstag als Back-up in Lipperscheid eingetroffen. Bei den Maltesern fehlt Teddy Teuma, der voraussichtlich vier Wochen ausfällt. „Er ist zurück nach Belgien gereist“, berichtete sein Coach Emilio de Leo. „Er verabschiedete sich mit der Nachricht an das Team, dass sie an die Leistung vom Donnerstag anknüpfen sollten. Die Mannschaft weiß, was sie zu tun hat.“

Geheimniskrämerei: Obschon der Trainer der Gäste sehr ausführlich auf die Fragen der Presse antwortete, ließ er sich zu keinem Moment in die Karten schauen, sondern beließ es bei den klassischen Parolen. „Es gibt kein Rezept“, das man für einen Sieg anwenden könne. „Mich interessieren die Zahlen nicht, wir müssen das Rückspiel gewinnen.“

Kein Wett-Experte: Henry Bonello hütet das maltesische Tor. Am Montagabend beschäftigte er sich in der Pressekonferenz mit den Kritikern: „Was haben sie erwartet? Wir hatten sechs Torchancen. Was hätten wir tun sollen? Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass sie reingegangen wären. Aber sie waren nicht so gefährlich wie wir.“ Auf die Frage, wie groß die Chancen für den Aufstieg jetzt noch sind, meinte er: „Ich kenne mich nicht mit Wetten aus. Aber es gab schon viele große Spiele, die in einer Verlängerung gewonnen wurden. Es ist ein Fußballspiel, alles kann passieren.“

Ein mögliches Elfmeterschießen: Es ist eine Option, die schlimmstenfalls eintreten könnte. Sollte Malta den Rückstand aufholen und eine Verlängerung erzwingen, könnte die Entscheidung sogar erst im Elfmeterschießen fallen. Strasser sagte dazu: „Ich bin kein Verfechter davon, das zu trainieren. Erstens habe ich vollstes Vertrauen, dass es nicht dazu kommen wird. Zweitens stellt sich die Frage, wie man das überhaupt unter echten Bedingungen trainieren soll. Ich weiß es nicht.“

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