CMCM MEeting
„So was habe ich noch nie erlebt“: Fanny Arendt begeistert die Coque mit Rekordlauf
Fanny Arendt hat am Sonntag für das Highlight beim CMCM Meeting gesorgt. Über 800 Meter begeisterte die Luxemburgerin das Publikum nicht nur mit dem Sieg, sondern auch mit Weltjahresbestleistung, Landesrekord und WM-Qualifikation.
Fanny Arendt sorgte für den Höhepunkt beim CMCM Meeting Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Vor der letzten Runde des 800-Meter-Rennens wurde es in der Coque richtig laut. Fanny Arendt erhöhte aus dem Feld heraus das Tempo, zog an all ihren Konkurrentinnen vorbei und setzte sich an die Spitze. Sie lief deutlich vor der roten Wavelight, die auf den bestehenden Landesrekord von Charline Mathias aus dem Jahr 2024 (2:01,82 Minuten) eingestellt war. Spätestens als Arendt dann auf die Zielgerade einbog, kochte die Halle. In 2:00,83 Minuten überquerte sie schließlich die Ziellinie – eine Zeit, die am Ende nicht nur den Sieg, sondern zugleich auch Landesrekord, Weltjahresbestleistung, Meetingrekord und die Qualifikation für die Weltmeisterschaften bedeutete.
„Das ist wunderschön“, sagte die 23-Jährige wenig später. In der Mixed Zone musste sie sich zunächst kurz hinsetzen, um sich von den Anstrengungen zu erholen. „Ich habe die lautstarken Zuschauer auf den Tribünen gehört, das hat einen großen Unterschied gemacht. Als ich vor zwei Wochen schon in der Coque ein 600-Meter-Rennen lief, waren nicht so viele Leute da. Heute war es mega. So was habe ich noch nie erlebt.“
Das CMCM Meeting hat Arendt in den vergangenen Jahren immer verpasst, da sie zu dem Zeitunkt für ihre Studien an der Texas Tech University in den USA weilte und dort an Wettbewerben teilnahm. Diesmal verbrachte sie den Winter zu Hause – und nutzte die Gelegenheit eindrucksvoll.
„Unglaublich“
Dass sie am Ende sogar eine Weltjahresbestleistung aufstellte – bedeutet: auf der ganzen Welt war in diesem Jahr noch keine Athletin schneller als Arendt –, konnte sie selbst kaum glauben. „Auch die WM-Quali hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Ich habe im Vorfeld gedacht, dass ich vielleicht eine persönliche Bestleistung laufen kann. Fast zwei Sekunden schneller zu sein, ist unglaublich.“ Vorher lag ihre Bestszeit bei 2:02,34 Minuten.
Am Dienstag fliegt Arendt nun zurück nach Amerika. „Ich werde da erst einmal eine Woche Pause machen und dann mit meinem Trainer schauen, welche Wettbewerbe wir machen“, so Arendt, die hofft, im März dann nach Europa zurückkehren zu können, um an der Hallen-WM im polnischen Torun (20. bis 22. März), für die sie seit Sonntag qualifiziert ist, teilnehmen zu können. „Wenn die Uni mich lässt, werde ich sicher starten“, sagt sie. Vor einem Jahr war sie über das Qualifikationsranking ebenfalls für die Hallen-Weltmeisterschaft in China qualifiziert, damals passte eine Teilnahme aber nicht in ihren Plan.
Im Sommer endet dann Arendts Zeit in den Vereinigten Staaten. „Im Juli komme ich zurück“, sagt sie. Das große Ziel für danach ist bereits klar definiert: die Freiluft-Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August 2026).