Wintersport

Skilehrer in Österreich: Ein Luxemburger jobbt neben seinem Studium auf der Piste

Louis Reding hat einen ganz besonderen Nebenjob. Der Luxemburger ist Student in Innsbruck, in seinen Ferien jobt er als Skilehrer und bringt Touristen das Skifahren bei.

Louis Reding bringt Schülern jeden Alters das Skifahren bei

Louis Reding bringt Schülern jeden Alters das Skifahren bei Foto: privat

An der Talstation in Obergurgl bereitet sich Louis Reding auf seinen Arbeitstag vor. Skier, Skischuhe und Helm gehören für den Luxemburger Studenten in seinen Ferien zum Alltag. Während andere in dem beliebten österreichischen Wintersport-Ort Urlaub machen und die verschneite Bergwelt genießen, steht er als Skilehrer auf der Piste.

„Ich bin schon immer gerne Ski gefahren, schon seit klein auf“, erzählt der Luxemburger. Begeistert hat ihn früher vor allem, wie seine Skilehrer Wissen, Technik und Freude am Sport weitergaben. Die Idee, selbst Skilehrer zu werden, entstand vor ein paar Jahren, als Reding sein Studium in Innsbruck begann.

Er meldete sich beim Tiroler Skilehrerverband. Die Ausbildung „Skilehrer-Anwärter“ dauerte zehn Tage. „Man lernt, wie man Menschen, die noch nicht Ski fahren können, das Skifahren beibringt“, erklärt Reding. „Ein gewisses Eigenkönnen muss man für die Ausbildung mitbringen.“ Ein Spitzensportler müsse man zwar nicht sein. Voraussetzung sei, eine rote Piste in Österreich problemlos bewältigen zu können.

Die Ausbildung verband Praxis und Theorie. Morgens stand während der zehn Tage das Training auf der Piste im Fokus, nachmittags folgte theoretischer Unterricht. Dabei ging es nicht nur um Skitechnik und sicheres Fahrverhalten, sondern auch um Themen wie Umweltbewusstsein, Tourismus und der richtige Umgang mit Kindern.

Die Ausbildung schloss mit drei Prüfungen ab, in denen das eigene Fahrkönnen und 15 Minuten Unterricht vor einer Gruppe bewertet wurden. Im dritten Teil ging es speziell um den Einstieg: Wie bringt man Anfängern, Kindern, die noch nie auf Skiern gestanden haben, mit der Grundtechnik sicher das Skifahren bei?

Schüler jedes Alters

Mit der bestandenen Ausbildung darf Reding in ganz Tirol als Skilehrer arbeiten. Den Job verbindet er mit dem Studienalltag in Innsbruck. Während viele Skilehrer im Winter eine ganze Saison – vier bis fünf Monate am Stück – im Einsatz sind, arbeitet Reding nur rund sieben Wochen im Jahr, verteilt auf die Uni-Ferien. „Man muss mit den Skischulen klären, ob das für sie o.k. ist. Gerade in der Urlaubszeit ist der Andrang aber groß, sodass sie da Leute brauchen, die aushelfen. Deswegen ist es eigentlich kein Problem.“

Dieses Jahr ist er im Januar und Februar in Obergurgl tätig, über Ostern in Sölden. Die Skischulen kontaktierte er einfach per E-Mail. „Ich kann mich melden, wo ich will“, sagt er. „Wenn man sich in einer Skischule wohlfühlt, geht man natürlich gerne dahin zurück. Es interessiert mich aber auch, wie verschiedene Skischulen funktionieren. Deswegen wechsle ich auch gerne.“

Obergurgl empfiehlt Reding dabei auch gerne an Familie und Freunde weiter. Zwar seien die Hotels etwas teurer, dafür das Skigebiet deutlich ruhiger als große Destinationen wie Ischgl oder Serfaus. „Es gibt kaum lange Warteschlangen an den Liften, die Pisten sind gut und das Dorf ist ruhig und übersichtlich. Man kann alles zu Fuß erreichen.“

Die Arbeit als Skilehrer selbst ist abwechslungsreich: Privatstunden wechseln sich mit Gruppenunterricht für Kinder oder Erwachsene ab. Die Altersspanne der Schüler reicht von vierjährigen Kindern bis hin zu 60-jährigen Erwachsenen.

Die Unterkunft während seiner Einsatzzeit wird von der Skischule gestellt. In Obergurgl wohnt Reding mit anderen Skilehrern in einem Skilehrer-Haus – „ein bisschen wie in einer Jugendherberge“, sagt er. Zwei bis drei Personen pro Zimmer, eigenes Bad, Gemeinschaftsküche – und vor allem: nur zwei Minuten bis zur Gondel.

Ganz allein ist er als Luxemburger Skilehrer in Österreich nicht. Es gebe noch weitere, die in österreichischen Skigebieten als Skilehrer arbeiten, manche davon kennt er von der Uni. Schüler aus dem Großherzogtum hat er bisher aber noch nicht unterrichtet – „das kommt aber bestimmt noch“.

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