ENOVOS LEAGUE
Für die Musel Pikes steht ein richtungsweisendes Duell an
Bevor am Wochenende der Blick der Basketballfans auf die Pokalhalbfinals in der Coque gerichtet sein wird, stehen in der Enovos League noch zwei wichtige Kellerduelle auf dem Programm. Hier wollen Sam Streef und die Musel Pikes ihre Negativserie von acht Niederlagen in Folge endlich beenden.
Sam Streef hat mit seinen erst 22 Jahren schon einiges an Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt Foto: Editpress/Fernand Konnen
Er ist erst 22 Jahre alt, doch in Sachen Abstiegskampf ist Sam Streef fast schon ein alter Hase. „Wir wissen, wie wichtig es ist, nicht in Panik zu verfallen, denn damit kommt man erst recht nicht weiter“, weiß der Moselaner ganz genau. Und so blicken Streef und seine Teamkollegen ruhig in die kommenden Wochen, die für die Musel Pikes ein weiteres Mal im Play-down enden könnten.
In welche Richtung es gehen wird, könnte bereits das erste Spiel des neuen Kalenderjahres am Mittwoch gegen Mamer zeigen, das für den Klub von besonderer Bedeutung ist. Derzeit sind mit den Moselanern, ihrem kommenden Gegner sowie dem Racing gleich drei Mannschaften im Tabellenkeller punktgleich. Mit einem Sieg würde das Team seinen Konkurrenten nicht nur auf einen Zähler distanzieren, sondern hätte auch den direkten Vergleich sicher in der Tasche. „Es wäre wichtig, sich mit einem Sieg etwas Luft zu verschaffen und auch den Anschluss an den Kordall nicht zu verlieren“, betont Streef. Die Steelers liegen derzeit mit einem Punkt Vorsprung auf dem achten Rang – der letzte Platz, der noch für die Play-offs reicht und mit dem alle Sorgen auf einmal vergessen wären. Es ist der Platz, hinter dem alle Vereine aus dem Tabellenkeller derzeit her sind. „Das Spiel gegen Mamer wird richtungsweisend für den Rest der Saison sein: Da zeigt sich, ob wir Rang acht noch einmal angreifen können, oder ob wir uns Richtung Play-down orientieren und uns dort ein weiteres Mal über Wasser halten müssen.
Acht Niederlagen in Folge
Die letzten Wochen liefen für die Musel Pikes allerdings alles andere als optimal. Nach einem überraschend starken Start in die Saison, mit drei Siegen aus vier Partien, gingen die letzten acht Meisterschaftsspiele allesamt verloren. Seit der Niederlage im Pokal Mitte Oktober gegen Zweitligist Zolver schien irgendwie der Wurm drin zu sein. Dennoch ist die Moral im Team in Ordnung, wie Streef betont. „Vor allem die Niederlage in der Meisterschaft gegen Contern (der Tabellenletzte hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel gewonnen, Anm. d. Red.) hat schon ziemlich wehgetan, auch weil wir nicht wirklich damit gerechnet hatten, dass wir da so schlecht spielen würden. Doch die letzten Spiele waren eigentlich alle ganz eng, die hätten auch anders ausgehen können. Wir haben gesehen, dass wir mithalten können“, konzentriert sich der Moselaner auf die positiven Punkte der letzten Wochen.
Seit dem Trainerwechsel – der Klub beendete seine Zusammenarbeit mit Brian Carroll Mitte November, seither wird das Team vom ehemaligen Assistenz-Trainer Filipe Abreu und Guy Schmit betreut – spürt der 22-Jährige wieder eine neue Energie in der Mannschaft. „Warum es zwischenzeitlich so schlecht lief, kann ich nicht wirklich beantworten. Diese Frage haben wir uns innerhalb der Mannschaft auch schon häufiger gestellt. Es kamen einfach viele Sachen zusammen, die davor gut liefen und auf einmal nicht mehr.“
Hinzu kommt aber auch, dass die aktuelle Situation der Musel Pikes nicht so prekär ist, wie sie es in den letzten beiden Jahren zu dieser Zeit war. Zur Erinnerung: In den letzten beiden Spielzeiten hing der Mosel-Klub jeweils ab den ersten Saisonspielen ganz unten in der Tabelle fest und konnte sich zweimal erst in der Relegation retten. Etwas, das auch Sam Streef bestätigt: „Aus den letzten beiden Jahren sind wir wirklich Schlechteres gewohnt.“ Umso mehr würde man sich an der Mosel über Rang acht und eine ruhige und damit fast schon langweilige zweite Saisonhälfte freuen. „Mit meinen 22 Jahren habe ich, was den Tabellenkeller anbelangt, wirklich schon alles außer dem Abstieg mitgemacht“, meint Streef mit einem Lachen und klopft dabei auf Holz. Auf Letzteres würde er nämlich weiterhin gerne verzichten.
Zum Stammspieler avanciert
Sam Streef selbst ist inzwischen zu einem unverzichtbaren Stammspieler in den Reihen der Musel Pikes avanciert und muss bereits einiges an Verantwortung übernehmen. „Es gefällt mir, ich helfe den jungen Spielern, dem Team gerne, egal was ich machen muss. Ich freue mich einfach darüber, auf dem Platz zu stehen.“ Das Gefühl, von der Seitenlinie aus zuschauen zu müssen, kennt er nämlich noch ganz genau. Zwischen 2021 und 2023 warf den heute 22-Jährigen eine schwere Achillessehnenverletzung weit zurück. Die letzte Saison war die erste, die Streef wieder komplett durchspielen konnte. Dennoch hat er im Abstiegskampf bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt. „Vor allem aus den vielen knappen Niederlagen habe ich schon einiges gelernt.“
In den kommenden Wochen hoffen die Musel Pikes nun, dass sie vor allem gegen die direkte Konkurrenz die Oberhand behalten können. Und hier könnten auch die gute Stimmung und der Zusammenhalt, die nach wie vor innerhalb der Mannschaft herrschen, am Ende noch ein entscheidender Faktor werden.