Basketball
Sieg im luxemburgischen Duell: Meynadier und Saarlouis träumen von der Titelverteidigung
Im deutschen Pokalviertelfinale waren am Wochenende gleich drei luxemburgische Nationalspielerinnen im Einsatz. Laurie Irthum verlor deutlich mit Heidelberg gegen ALBA Berlin, derweil Sofie Fuglang mit dem Herner TC in Dillingen den Saarlouis Royals mit ihrer Kapitänin Magaly Meynadier den Vortritt lassen musste. Meynadier kann also weiterhin auf eine Titelverteidigung hoffen.
Mit Magaly Meynadier und Sofie Fuglsang standen sich im deutschen Pokalviertelfinale zwei Luxemburgerinnen gegenüber Foto: Editpress/ Jeff Lahr
Nach dem Meisterschaftsspiel Ende Dezember gab es es zum zweiten Mal innerhalb einer Woche im deutschen Basketball das luxemburgische Duell zwischen Magaly Meynadier und Sofie Fuglsang. Da der heimische Stadtgarten nicht zur Verfügung stand, musste Saarlouis nach Dillingen ausweichen. Eine ungewohnte Situation, wie Meynadier hervorhob. „Komisch, unser Heimspiel nicht zu Hause auszutragen. Es war ziemlich rutschig hier, und unsere Fans waren so weit weg vom Spielfeld. Ich habe meine Verbindungen spielen lassen, damit wir zuvor in Luxemburg trainieren konnten. Vielen Dank an Contern und die Musel Pikes.“
Saarlouis hatte die erste Partie deutlich (86:62) für sich entschieden und galt somit als Favorit gegen das Team aus dem Ruhrpott. Meynadier stand wie gewohnt in der Starting Five, während Fuglsang erst in der 6. Minute eingewechselt wurde. Meynadier, die sich in der Playmaker-Position mit der ehemaligen Bartringerin Martha Burse abwechselte, nutzte das erste luxemburgische Aufeinandertreffen auf dem Spielfeld zu einem erfolgreichen Dreier (12:5).
Meynadier legt vor
Magaly Meynadier: Titelverteidigung ist das Ziel
„Es war schön, so etwas wie den EuroCup zu erleben und gegen internationale Gegner anzutreten. Das ist ein ganz anderer Basketball, viel aggressiver. Es war anstrengend, aber eine gute Erfahrung. Allerdings braucht man einen größeren Kader. Unsere Rotation mit acht Spielerinnen ist da ungenügend. Somit wird die Belastung dann sehr groß. In der Meisterschaft haben wir gut begonnen, aber zusammen mit der europäischen Kampagne war es manchmal schwierig, das Ganze mental zu verkraften. Es gibt einige Sachen, an denen wir noch arbeiten müssen. Die Rebounds, aber auch die Offense ist nicht so, wie wir es uns vorstellen, nicht so wie im Training. Wir spielen nicht genug fünf gegen fünf, dies ist Verletzungen und Krankheiten geschuldet. Unser Ziel waren die Top vier, wir wollen unseren Titel verteidigen, im Pokal ist ein Titel am machbarsten. Keltern ist richtig stark, da hatten wir so unsere Schwierigkeiten. Aber in einem Pokalspiel können wir es gedreht bekommen. In der Meisterschaft möchten wir unseren zweiten Rang verteidigen, damit wir gut in die Play-offs starten können. Der Verein erwartet viel von uns, besonders nach der guten letzten Saison.“
Saarlouis gab den Ton an und führte zur Pause mit einem beruhigenden Vorsprung von 15 Punkten (41:26). Die Saarländer glaubten wohl schon an eine Entscheidung, aber Herne war noch nicht bereit, aufzugeben. „Pokalspiele sind immer anders“, so Magaly Meynadier. „Wir waren uns bewusst, dass sie anders auftreten würden. Ich glaube, sie haben irgendwann im ersten Spiel aufgegeben und etwas gepokert im Hinblick auf den Pokal. Es war schwieriger. Heute sind die Körbe einfach nicht so gefallen. Vor einer Woche waren wir bei einer Trefferquote von 50 Prozent.“
Auch wenn sich am Resultat nicht viel änderte, spürte man, dass Herne die Royals noch in Gefahr bringen könnte. Im Schlussviertel waren die Gäste demnach mehr als ebenbürtig und kratzten immer wieder an der Zehn-Punkte-Grenze. Unter den Augen ihrer Eltern bot sich Fuglsang immer wieder auf der Dreierposition an, aber Smith und Co. bevorzugten den direkten Weg zum Korb. Die Spannung blieb somit bis in die Schlussminuten intakt.
Magaly Meynadier möchte mit Saarlouis unbedingt den Pokal verteidigen Foto: Editpress/ Jeff Lahr
Fuglsang kommuniziert viel
Sofie Fuglsang: Alles für den Verbleib in der Liga
„Es ist ein großer Sprung vom College-Basketball zur Profispielerin. Aber mit diesem Team war der Übergang für mich nicht so schwer. Ich habe einige Zeit gebraucht, um meine Rolle zu finden. Aber es geht von Spiel zu Spiel besser. Unser Ziel ist es, in der Liga zu bleiben. Wir befanden uns zwischenzeitlich in einem Loch, aber wir sind auf dem Weg, da herauszukommen. Es kommen jetzt zwar schwere Spiele, wie gegen Berlin, auf uns zu. Momentan schauen wir von Spiel zu Spiel. Ich glaube ganz fest an uns, und dass wir unser Ziel erreichen werden. Der Fokus liegt jetzt auf der Meisterschaft, ehe wir mit viel Ambitionen in die Länderspiele gehen.“
Sofie Fuglsang erklärte die Einstellung ihres Teams wie folgt: „Letzte Woche haben ihre Distanzwürfe uns gekillt. Heute haben wir auf diese Situationen besonders achtgegeben. Mit fünf gegnerischen Dreiern haben wir uns gut aus der Affäre gezogen. Allerdings war es dafür unter dem Korb schwieriger.“ In ihrer 20-minütigen Einsatzzeit kommunizierte die Nationalspielerin viel mit ihren Teamkolleginnen. „Ich weiß nicht, ob ich das Richtige anspreche. Aber ich versuche, damit immer wieder Energie ins Spiel zu bringen. Mit einigen anderen Entscheidungen hätten wir die Partie noch knapper gestalten können, aber Saarlouis ist eine sehr erfahrene Mannschaft.“ Nach Spielende gab es noch etwas Zeit, um sich unter Luxemburgerinnen auszutauschen, ehe es im März ein Wiedersehen im Dress der Nationalmannschaft gibt.
Zuvor steht für Meynadier und Saarlouis noch das Final Four auf dem Programm. Auf dem Weg zur Titelverteidigung in Deutschland warten mit Meister Keltern, Berlin und Marburg nun aber drei Hochkaräter.
Sofie Fuglsang hat ihre Rolle beim Herner TC inzwischen gefunden Foto: Editpress/ Jeff Lahr