Fußball
Oranjes C-Lösung: Xavi will Niederlande zurück in die Weltspitze bringen
Obwohl Xavi in den Niederlanden nicht die erste Wahl war, soll er Oranje wieder an die internationale Spitze führen. Der neue Bondscoach freut sich schon auf seine erste Aufgabe – gegen Deutschland und Jürgen Klopp.
Xavi bei seiner offiziellen Präsentation als neuer niederländischer Nationaltrainer Foto: AFP/Koen van Weel
Xavi Hernandez verzog keine Miene. Soeben hatte sein neuer Vorgesetzter munter ausgeplaudert, er, der neue Bondscoach, sei lediglich die C-Lösung gewesen. „Es ist mir egal, ob ich der Dritte oder der Zehnte bin“, antwortete Xavi cool. Viel wichtiger ist ihm, dass Oranje Fußball wieder zelebriert. „Wir wollen genießen und stolz auf die Niederlande sein“, sagte der 46-Jährige bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Nationaltrainer der Elftal. Losgehen soll es damit schon gegen die DFB-Auswahl.
„Wir spielen gegen Deutschland, eine der besten Mannschaften Europas – und gegen einen der besten Trainer der letzten Jahre, Jürgen Klopp“, sagte Xavi im Hinblick auf sein erstes Spiel am 24. September in Amsterdam, das zeitgleich auch das Debüt Klopps sein wird. „Es ist gleich zu Beginn eine große Herausforderung“, betonte Xavi, „aber ich denke, wir werden bereit sein.“
Den Plan für einen gelungenen Auftakt, aber vor allem für eine erfolgreiche Amtszeit skizzierte Xavi klar. Zuletzt hatten es Louis van Gaal und Ronald Koeman mit defensiveren Ansätzen versucht, teilweise gar eine Fünferkette aufgeboten. „Nun“, sagte Xavi, „das ist nicht meine Idee.“
Als Trainer noch glanzlos
Seine Auswahl soll künftig das „Spiel dominieren, mit dem Ball die Initiative ergreifen“. Nach dem enttäuschenden WM-Aus im Sechzehntelfinale will Oranje mit „Totaalvoetbal“ in die Weltspitze zurückkehren.
Nach den Überlegungen von Nigel de Jong, dem Sportdirektor des niederländischen Verbandes KNVB, sollte dies eigentlich mit anderen Trainern gelingen. „Unser erster Kandidat war Pep Guardiola, aber er wollte sich ein Jahr Auszeit nehmen. Unser zweiter Kandidat war Arne Slot, aber er wollte lieber weiterhin im Vereinsfußball aktiv bleiben“, erklärte de Jong ungewöhnlich offen: „Dann wandten wir uns dem dritten Kandidaten zu, Xavi Hernandez.“
Der Spanier, der in der goldenen Ära des FC Barcelona wie kaum ein anderer die Philosophie von Johan Cruyff repräsentiert hatte, unterschrieb einen Vertrag bis 2030. Anders als seine illustre Spielerkarriere mit dem WM-Erfolg 2010 sowie den EM-Titeln 2008 und 2012 verlief Xavis Trainerkarriere bislang noch recht glanzlos: erste Titel in Katar, durchwachsene Jahre in Barcelona.
Zweifel an seiner Eignung will Xavi nun ausräumen. „Wir sind hier, um zu gewinnen“, betonte er. Am besten gleich gegen den Erzrivalen Deutschland. (SID)