Volleyball
Lange Zeit blieb Corona fern, ehe es doch noch zuschlug
Lange Zeit blieb die Volleyball-Meisterschaft vom Coronavirus verschont, dann gab es in der vergangenen Woche die Hiobsbotschaft: Das Rückspiel im Meisterschafts-Halbfinale zwischen der Gym und Walferdingen wurde abgesagt.
Das Rückspiel im Meisterschafts-Halbfinale zwischen Gym und Walferdingen wurde Corona-bedingt verlegt Foto: Jerry Gerard
Vor vier Wochen hatte die Kapitänin der Nationalmannschaft, Isabelle Frisch, noch die Hoffnung, dass die Saison ohne größere Einmischung des Coronavirus vonstattengehen könnte. Bis zu diesem Wochenende musste noch kein Spiel abgesagt werden. Nur Steinfort musste Corona-bedingt einige Wochen auf seinen Trainer verzichten, der aber mittlerweile wieder an der Linie steht. Dann kam am Donnerstag die Hiobsbotschaft: Das Spiel Gym gegen Walferdingen, Rückspiel im Meisterschafts-Halbfinale, wurde abgesagt. Zwei Spielerinnen des Bonneweger Vereins waren binnen drei Tagen positiv getestet worden und somit ging die gesamte Mannschaft in Quarantäne.
In der wichtigsten Periode der Saison wurde damit das Timing auf den Kopf gestellt. Laut dem diesjährigen, von allen Vereinen getragenen, Reglement muss das Spiel bei zwei positiven Befunden verlegt werden. Sollten nun alle Spielerinnen negativ getestet werden, wird das Spiel am kommenden Wochenende ausgetragen. Und zwar das Rückspiel am Samstag, dem 1. Mai um 18.00 Uhr in Bonneweg. Sollte dann ein Entscheidungsspiel vonnöten sein, wird es am 2. Mai in Walferdingen um 18.30 Uhr stattfinden. Damit muss wiederum das Final-Hinspiel nach hinten verschoben werden. Das Finale der Damen findet nun am 8. und 15. Mai statt, ein eventuelles drittes Spiel am 16. Mai. Somit kann man am vorgesehenen letztmöglichen Datum festhalten und den Nationaltrainern ab dem darauffolgenden Tag die Spieler zur Verfügung stellen. 14 Tage später beginnt die CEV-Silver-League.
Durchwachsene zwölf Monate
Vor genau einem Jahr begannen durchwachsene zwölf Monate für den Präsidenten Carlo Hastert und seine Mannschaft. Zu diesem Zeitpunkt hatte man das Halbfinal-Hinspiel gegen Petingen gewonnen und stand mit einem Fuß im Finale. Doch dann wurde die Meisterschaft zuerst unterbrochen, dann abgesagt. Und keiner wusste, wie es diese Saison aussehen würde. „Darum war es auch schwer, die Saison vorzubereiten und neue Spielerinnen zu verpflichten“, so Hastert. Nach drei Spieltagen war wieder Pause und „je länger die Pandemie andauerte, bemerkte ich zusehends eine gewisse Verdrossenheit, auch dem Sport gegenüber. Auch bei verschiedenen Spielerinnen wandelte sich die Einstellung schon. Eine gewisse Verbissenheit für ihren Sport ging verloren. Und dies ist auch verständlich, denn das Wesentliche im Leben (Gesundheit, Familie, Beruf, Existenz …) trat wieder in den Vordergrund. Man hatte gelernt, die Welt mit etwas anderen Augen zu sehen.“
Als das Training wieder aufgenommen wurde, brachte die Ausgangssperre in Frankreich eine weitere Hürde ins Spiel. Drei Spielerinnen – Felicia Menara, Fanny Riblet und Laetitia Jonot – leben und studieren in Frankreich und standen erst ab Freitag zum Training zur Verfügung, blieben dann in Luxemburg bis nach dem Spiel. Ein weiteres Training am Samstagmorgen sollte das Zusammenspiel, das in der Woche auf der Strecke blieb, weiterbringen. Nicht die allerbesten Voraussetzungen, wenn man am Abend spielen muss.
Sich nicht geschlagen geben
Doch nicht nur Corona machte der Gym das Leben diese Saison schwer. Man begann mit einem Kader von zwölf Spielerinnen, vier standen nicht mehr zur Verfügung. Ina Röper und Dajana Völz hatten die Volleyballschuhe an den Nagel gehängt, Sarah Wolf war studienhalber nach Innsbruck abgewandert und Jennifer Petiteville sah Mutterfreuden entgegen. „Der Kader war zwar kleiner, aber jederzeit stark genug, um im Titel-Play-off zu bestehen, obwohl zwei weitere Spielerinnen (Nadja Schaus und Annemarie Dossow; Anm. d. Red.) schwanger wurden.“ Und dann verletzten sich Menara und Riblet und es wurde immer enger. Bonneweg erreichte mit dem letzten Zug das Halbfinale und „bot im Hinspiel gegen Walferdingen wohl die beste Mannschaftsleistung seit Jahren, auch wenn schlussendlich der Sieg nicht gelang. Doch wir wollten und wollen noch immer alle unsere Kräfte mobilisieren für das Rückspiel in unserer Halle. Jetzt haben wir wohl eine entscheidende Woche vor uns, um uns nochmals auf diese sportliche Herausforderung zu konzentrieren.“ Auch eine kleine Pause kann einem Sportler mehr nützen als die härtesten Trainingseinheiten. Also muss man hoffen, dass Corona der Gym nicht den Schluss der Saison noch verdirbt.
Angelsberg verlängert
Der aktuelle Trainer der Walferdinger-Damenmannschaft Ben Angelsberg wird auch nach dieser Saison Trainer des Teams bleiben. Das teilte der Verein in einem Presseschreiben mit. Neben Angelsberg bleibt auch Co-Trainer der Mannschaft für die kommende Saison erhalten.