EuroMeet
Finn Kemp lässt die Coque jubeln
Sprang im letzten Jahr kein Podiumsplatz für die luxemburgische Delegation beim EuroMeet heraus, so ließ Finn Kemp, wie bereits 2024, die Coque jubeln. Am Ende verpasste er am Sonntag Gold über 200 Meter Lagen nur knapp, zeigte sich aber dennoch überaus zufrieden.
Nach 2024 holte Finn Kemp auch 2026 einen Podiumsplatz beim EuroMeet Foto: Editpress/Gerry Schmit
Das Beste kam zum Schluss: Beim diesjährigen EuroMeet war es Finn Kemp, der am Sonntagnachmittag für Jubelstürme auf den Tribünen im Schwimmbad in der Coque sorgte. Der 20-Jährige lieferte sich im Finale über 200 Meter Lagen ein heißes Duell mit dem Iren Jack Cassin, der am Ende mit hauchdünnem Vorsprung von gerade einmal neun Hundertsteln siegte. Dennoch war beim Luxemburger keine Spur von Enttäuschung zu sehen, denn zwei Jahre nachdem er erstmals beim größten internationalen Meeting in Luxemburg den Sprung aufs Podium geschafft hatte, wiederholte er jetzt dieses Kunststück.
„Es ist Januar, niemand ist zu dieser Zeit in Topform“, erklärt Kemp. „Im Januar ist es viel Wert, schon eine Zeit von 2:02:77 zu schwimmen. Ich habe versucht, alles zu geben. Am Ende habe ich nicht gesehen, wer zuerst angeschlagen hat. Er ist zwar neun Hundertstel vor mir, aber das heißt nicht, dass ich enttäuscht bin.“ Beim EuroMeet auf dem Podium stehen zu dürfen, das bedeut dem 20-Jährigen viel, wie er weiter erklärt. „Ich bin stolz, mein Land hier in Luxemburg vertreten zu können. Ich freue mich jedes Mal, hier schwimmen zu dürfen, vor den Leuten, die mich unterstützen. Das ist schon etwas ganz Persönliches“, fährt Kemp fort, der derzeit bekanntlich im englischen Loughborough seinen Trainingsstützpunkt hat.
Ich freue mich jedes Mal, hier schwimmen zu dürfen, vor den Leuten, die mich unterstützen. Das ist schon etwas ganz Persönliches.
Finn Kemp
Lou Jominet freute sich über den Einzug ins A-Finale am Sonntag Foto: Editpress/Gerry Schmit
So wundert es nicht, dass bei ihm dann auch direkt persönliche Erinnerungen hochkamen. „In meiner Kindheit habe ich Laurent (Carnol), Raphaël (Stacchiotti) und Julien (Henx) gesehen, wie sie aufs Podium stiegen. Es bedeutet mir wirklich sehr viel, das auch geschafft zu haben.“
So zieht Finn Kemp, trotz seiner Diqualifikation über 50 Meter Brust am Samstag, eine mehr als positive Bilanz vom Wochenende. „Zwei Bestzeiten über 200 m Brust und 200 m Lagen und eine 50 m Brust, auf der ich trotz Disqualifikation eine sehr gute Zeit geschwommen bin. Sogar heute Morgen habe ich in den Vorläufen die 200 Brust gut mit dem Lagen-Rennen verwaltet.“ Ein Professionalismus, den auch Nationaltrainer Christophe Audot am Ende des Tages hervorhob. Letztlich entschied sich Kemp jedoch, das B-Finale auf der Brust-Strecke am Sonntag fallen zu lassen und sich komplett auf die Lagen zu konzentrieren: die richtige Enscheidung.
Dass er im nächsten Jahr zum EuroMeet zurückkommen wird, um zu gewinnen, dessen ist sich Finn Kemp dann auch sicher. „2024 war es auch ein zweiter Platz. Vor zwei Jahren habe ich mir geschworen, dass ich wiederkommen und den ersten Rang holen werde. Dann eben beim nächsten Mal.“
Mehrere A-Finals
Philippe Weyland schwamm am Sonntag in ein B-Finale Foto: Editpress/Gerry Schmit
Neben Kemp schwammen zwei weitere Luxemburger am Sonntag in einem A-Finale. Lou Jominet schaffte es am Ende über 400 Meter Freistil auf den 10. Rang. „Ich bin dabei, viel im Training zu arbeiten, war beim Lehrgang in Ägypten, die Arme tun schon weh“, gab die junge Schwimmerin zu, die noch knapp zwei Sekunden von der Qualifikationsnorm für die EM in Paris weg ist, ihr großes Ziel in dieser Saison. „Ich freue mich wirklich sehr, hier ein Finale geschwommen zu sein.“
Weitere Finalteilnahmen gab es für Florian Frippiat über 100 Meter Schmetterling, wo es ebenfalls den zehnten Rang gab, sowie den Neu-Luxemburger Antonio Sabedotti, der für die Luxembourg Sharks antrat und im Lagen-Finale am Sonntag Rang acht schaffte.
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Meetingrekorde gab es bei der 2026er Auflage des EuroMeet
Einen Tag zuvor stand Sabedotti bereits im B-Finale über 100 m Schmetterling. Ihren Stempel dürckte Emma Barthel derweil den „kleinen Finals“ auf, in denen sie gleich zweimal einen neuen Landesrekord (200 m Brust und 200 m Lagen) aufstellen konnte. Am Sonntag durften auch João Carneiro (100 m Brust) und Philippe Weyland (200 m Rücken) nachmittags noch mal ran. Für beide gab es einen 20. Platz. Die Luxemburger konnten also auch beim diesjährigen EuroMeet, bei dem nach der Dänin Helena Rosendahl Bach am Freitag (200 m Schmetterling) auch der Ire John Shortt (200 m Rücken) einen Meeting-Rekord aufstellte, einmal mehr Akzente setzen.
Resultate
Damen:
50 m Freistil: Florine Gaspard (B) 24,69 ... 28. Bridget Sullivan 26,88, 46. Jackie Banky 27,42, 47. Dana Resl 27,44, 53. Joyce Bleses 27,63, 58. Maud Allar 27,79, 71. Jasmine Backes 28,17
100 m Freistil: 1. Theodora Taylor (GB) 54,85 ... 31. Bridget Sullivan 57,92, 45. Jacqueline Banky 59,07, 51. Joyce Bleses 59,54, 54. Maud Allar 59,65, 61. Leeloo Reinesch 1:00,25 Minuten, 62. Dana Resl 1:00,30, 88. Jasmine Backes 1:01,83
200 m Freistil: 1. Freya Colbert (GB) 1:57,12 ... 26. Lou Jominet 2:06,22, 48. Leeloo Reinesch 2:08,86, 66. Joyce Bleses 2:11,46, 75. Dana Resl 2:13,21
1.500 m Freistil: 1. Giorgia Tononi (I) 16:45,68
400 m Freistil (F): 1. Freya Colbert (GB) 4:10,59 ... 10. Lou Jominet 4:23,36, 24. Leeloo Reinesch 4:29,93, 48. Dana Resl 4:48,16
50 m Brust: 1. Florine Gaspard (B) 31,00 ... 46. Maud Allar 35,17
100 m Brust : 1. Dominika Sztandera (PL) 1:08,07 ... 43. Maud Allar 1:16,85
200 m Brust: 1. Ellie McCartney (IRL) 2:26,14 ... 12. Emma Barthel 2:34,58
50 m Rücken: 1. Varvara Hlushchenko (PL) 28,77 ... 24. Jackie Banky 31,17
200 m Rücken: 1. Lou-Anne Guiton (F) 2:11,22
100 m Schmetterling: 1. Ciara Schlosshan 58,34 ... 26. Jasmine Backes 1:04,39 34. Leeloo Reinesch 1:05,27
200 m Lagen: 1. Carielle Duhamel (F) 2:12,68 ... 13. Emma Barthel 2:19,99, 47. Jasmine Backes 2:31,16
Herren:
50 m Freistil: 1. Abdelrahman Elaraby (EGY) 22,24 ... 93. Stefano Valentini 25,17, 102. Louis Eschette 25,30, 104. Mats Visser 25,32
100 m Freistil: 1. Carlos D‘Ambrosio (I) 48,36 Sekunden ... 55. Florian Frippiat 52,28, 73. Philippe Weyland 52,79, 75. Diogo Constantino 52,92, 84. Louis Eschette 53,37, 131. Stefano Valentini 55,12, 150. Mats Visser 55,68
200 m Freistil: 1. Matthew Richards 1:47,23 ... 67. Anton Fedoseev 1:57,14, 97. Nicolas Thill 2:00,63, 100. Evan Viguier 2:00,81
400 m Freistil: 1. Alessandro Ragaini (I) 3:50,66 Minuten ... 48. Evan Viguier 4:18,38
800 m Freistil: 1. Sacha Velly (F) 8:03,20 ... 24. Evan Viguier 8:54,98
50 m Brust: 1. Melvin Imoudu 27,14 ... 30. João Carneiro 29,23, 34. Mats Visser 29,54, 52. Albert Chaussard 30,78, Finn Kemp DSQ
100 m Brust : 1. Melvin Imoudu (D) 59,85 ... 20. João Carneiro 1:04,25 Minuten, 48. Albert Chaussard 1:06,54, 55. Mats Visser 1:07,45, 61. Nicolas Thill 1:08,46, 62. Anton Fedoseev 1:08,72
200 m Brust: 1. Caspar Corbeau (NL) 2:09,29 ... 8. Finn Kemp 2:15,46, 35. João Carneiro 2:25,81, 45. Nicolas Thill 2:28,89, 51. Anton Fedoseev 2:30,91,
50 m Rücken: Michele Lamberty (I) 25,33 ... 28. Philippe Weyland 27,86, 46. Louis Eschette 28,92
200 m Rücken: 1. John Shortt (IRL) 1:57,84 ... 20. Philippe Weyland 2:12,50, 21. Nicolas Thill 2:11,41
100 m Schmetterling: 1. Lewis Fraser (GB) 52,16 ... 10. Florian Frippiat 54,30, 18. Antonio Sabedotti 55,10 ... 29. Philippe Weyland 56,00, 38. Diogo Constantino 56,43, 61. Stefano Valentini 58,06, 68. Louis Eschette 58,99
200 m Lagen: 1. Jack Cassin (IRL) 2:02,68, 2. Finn Kemp 2:02,77 ... 8. Antonio Sabedotti 2:09,03, 27. Anton Fedoseev 2:12,36, 28. Stefano Valentini 2:12,41, 53. Evan Viguier 2:18,25