EuroMeet

Wie die Familiengeschichte Bridget Sullivan nach Luxemburg brachte

Bridget Sullivan? Der ein oder andere Zuschauer beim EuroMeet dürfte sich durchaus die Frage gestellt haben, wer die junge Dame ist, die da für Luxemburg auf dem Startblock steht. Eine Familiengeschichte brachte die gebürtige US-Amerikanerin, die erstmals beim EuroMeet dabei war, ins Großherzogtum und damit ist sie nicht die Einzige.

Bridget Sullivan reiste im vergangenen Mai ein erstes Mal nach Luxemburg

Bridget Sullivan reiste im vergangenen Mai ein erstes Mal nach Luxemburg Foto: Editpress/Gerry Schmit

Es sind Geschichten, wie sie nur das Leben schreibt: Denn dass sie einmal für Luxemburg bei einem internationalen Wettkampf starten würde, damit hätte Bridget Sullivan vor einigen Jahren sicherlich noch nicht gerechnet, auch wenn sie, im Gegensatz zu vielen ihrer Landsleute, schon wusste, dass es in Europa ein kleines Land namens Luxemburg gibt. „Im letzten Jahr hat meine Familie aufgrund des siebten Artikels im luxemburgischen Nationalitätengesetz die Staatsbürgerschaft erhalten. Unsere Vorfahren sind aus Luxemburg“, erklärt die junge Schwimmerin.

Es war ihr Cousin, der sich intensiv mit der Familiengeschichte auseinandersetze und so eine Linie vom 17. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre nachweisen konnte, die über ihre Mutter geht, die aus Waterloo/Iowa stammt. „Er hat die ganze Dokumentation dafür gefunden. Ich weiß nicht, wie er es gemacht hat, aber er hat es geschafft“, meint sie mit einem Lachen und hat direkt eine weitere interessante Anekdote. „Ich kenne tatsächlich noch zwei andere Leute aus den USA mit luxemburgischer Staatsbürgerschaft, mit denen ich trainierte und dabei zufällig auf dieses Thema zu sprechen kam. Es ist echt interessant, so eine Verbindung in einer so kleinen Stadt in den USA zu sehen.“

Dass sie luxemburgische Wurzeln hat, das wusste Sullivan schon länger, aber noch nicht allzu viel über das Land. „Letztes Jahr habe ich sehr viel hinzugelernt. Ich fange an, Französisch zu lernen und will das auch mit Luxemburgisch tun. Hoffentlich werde ich in ein oder zwei Jahren kulturell etwas bewanderter sein“, gibt sie lächelnd zu.

Bridget Sullivan pendelt derzeit zwischen Luxemburg und den USA

Bridget Sullivan pendelt derzeit zwischen Luxemburg und den USA Foto: Editpress/Gerry Schmit

Erstmals im Mai in Luxemburg

Ein erstes Mal reiste sie im Mai letzten Jahres ins Großherzogtum, trat dann auch gleich für Luxemburg bei einem Meeting an. „Das lief fantastisch.“ Auf die Idee, sich beim luxemburgischen Verband zu melden, kam Sullivan, als sie die Staatsbürgerschaft erhielt. „Sie waren direkt sehr aufgeschlossen, gaben mir die Infos über die Zeitnormen, die passten. So habe ich mir gesagt: Warum nicht? Lass es uns einfach mal versuchen.“ Es war für die Studentin, die im letzten Sommer ihren Abschluss an der University of Nevada in Las Vegas machte, wo sie mit dem Schwimmteam auch in der „Division 1“ antrat, die Möglichkeit, ihre sportliche Karriere international fortzusetzen. Dass die Konkurrenz in den USA enorm ist, ist offensichtlich.

Seither pendelt Bridget Sullivan regelmäßig zwischen den USA und Luxemburg sowie zu Lehrgängen im Ausland. In den USA lebt sie weiterhin, betreut dort ein Schwimmteam und plant ein Doktoratsstudium in Physiotherapie oder Ergotherapie. „Diese Erfahrung ist jeder lange Reisetag wert.“ Auf Jabrane Touili, Trainer der Luxembourg Sharks, bei denen sie trainiert, wenn sie in Luxemburg ist, wurde sie übrigens über einen Teamkollegen aufmerksam.

In das Großherzogtum hat sie sich auf Anhieb verliebt: „Es hat einfach so viel Geschichte zu bieten. Ich liebe es, durch die Altstadt im Zentrum zu laufen. Und das letzte Mal, als ich hier war, bin ich nach Vianden gefahren, und das war eine großartige Erfahrung. Das Schloss ist einfach magisch.“

Diese Erfahrung ist jeder lange Reisetag wert

Bridget Sullivan

Bei ihrer EuroMeet-Premiere sprangen in ihrer Lieblingsdisziplin, den 50 und 100 Meter Freistil, ein 28. und 31. Rang heraus. Zu große Erwartungen hatte sie erst einmal nicht. „Ich wollte vor allem Spaß haben und es genießen, bei so einem großen Event Luxemburg vertreten zu können.“ Denn dass es nicht selbstverständlich ist, dass sie ihre Schwimmkarriere fortsetzen kann, ist ihr auf jeden Fall bewusst.

Neben Sullivan startet am Wochenende mit dem gebürtigen Brasilianer Antonio Sabedotti ein weiterer Schwimmer für Luxemburg, der seinen Pass aufgrund seiner luxemburgischen Vorfahren erhalten hat. Er schaffte es am Sonntag über 200 Meter Lagen auf Anhieb ins A-Finale.

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