Handball
Ein Prestigesieg, aber kein Weiterkommen: Red Boys und Esch im European Cup ausgeschieden
Die diesjährige Europareise der Luxemburger Handballvereine ist beendet: Die Red Boys holten am Samstag in Slowenien zwar einen Prestigesieg, schieden einen Tag später aber aus. Esch war in Island chancenlos.
Miroslav Rac und die Red Boys zeigten im Hinspiel eine starke Leistung Foto: Jan Gregorc
Die Ausgangslage nach dem Hinspiel war vielversprechend, die Überraschung lag in der Luft: Mit dem 31:29-Sieg hatten die Red Boys am Samstagabend gegen RK Gorenje Velenje ein Ausrufezeichen gesetzt. Im Rückspiel einen Tag danach konnten sie an die starke Leistung allerdings nicht ganz anknüpfen und sind nach einer klaren 21:32-Niederlage in der zweiten Runde des European Cup ausgeschieden.
Dabei war der Erfolg vom Vorabend durchaus bemerkenswert. Mit RK Gorenje Velenje stand den Differdingern immerhin ein international sehr erfahrener Gegner gegenüber. Der fünffache slowenische Meister hat in der Vergangenheit bereits in der Champions League gespielt und war in den letzten drei Jahren noch in der European League vertreten. Es ist ein Traditionsverein, der in der Handballwelt alles andere als unbekannt ist.
„Auf dem Platz einige sehr gute Dinge gezeigt“
„Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir können stolz auf das sein, was wir geleistet haben. Wir müssen uns für unser Spiel nicht schämen. Wir haben auf dem Platz einige sehr gute Dinge gezeigt“, blickte Miroslav Rac am Sonntagabend zurück.
Im Hinspiel traten er und seine Teamkollegen gegen die Profimannschaft diszipliniert, mit viel Kampf und Teamgeist auf – und überraschten den Gegner mit ihrer griffigen Abwehr und dem schnellen Angriff. Eine Viertelstunde vor Schluss lagen sie sogar mit sieben Toren vorne (26:19), ehe der Vorsprung angesichts nachlassender Kräfte auf zwei Treffer schrumpfte.
Damit war vor dem Rückspiel am Sonntag alles offen. Die Differdinger mussten aber damit rechnen, dass Gorenje eine Reaktion zeigen würde. Genau das geschah dann auch.
Zunächst knüpften die Red Boys an ihre Leistung vom Vortag an. Mit einer 3:1-Führung erwischten sie den besseren Start und hielten die Partie trotz dreier nahezu zeitgleich verhängter Zeitstrafen in den Anfangsminuten zunächst offen. Bis zum 8:8 in der 18. Minute begegneten sie den Slowenen weiter auf Augenhöhe. Anschließend setzte sich Gorenje jedoch allmählich ab. Beim Halbzeitstand von 14:18 waren die Red Boys noch in Schlagdistanz, im zweiten Abschnitt machten die Slowenen dann aber den Unterschied. Den Differdingern gingen am Ende die Kräfte aus. In der gesamten zweiten Halbzeit gelangen der Breser-Truppe nur sieben Tore.
„Ich denke, dass das Ergebnis nicht unbedingt das zweite Spiel widerspiegelt. Ich sage das ungern, aber es gab einige Schiedsrichterentscheidungen, die eindeutig zugunsten des Gastgeberlandes ausgefallen sind“, so Rac. „Ich sage nicht, dass wir gewonnen hätten, denn der körperliche Aspekt spielte eine große Rolle. Man merkte, dass sie Profis sind: Die Zweikämpfe waren härter und technisch waren sie uns überlegen. Aber wir hätten ihnen denke ich länger Paroli bieten können.“
Esch in Island chancenlos
Für den HB Esch war die Situation dagegen schon am Samstag nach dem Hinspiel in Island aussichtslos. Der luxemburgische Pokalsieger musste sich im ersten Aufeinandertreffen gegen Haukar deutlich mit 21:41 geschlagen geben. Die Escher mussten dabei ab der zehnten Minute ohne Luca Tomassini auskommen, der früh die Rote Karte sah. Zu dem Zeitpunkt stand es 3:5. Die starken Isländer ließen dem HBE danach nicht den Hauch einer Chance. Das Rückspiel am Sonntag konnte Esch zwar enger gestalten, am Ende war die Milosevic-Mannschaft aber auch in diesem machtlos und musste sich mit 24:31 geschlagen geben.
Damit sind die beiden letzten luxemburgischen Vertreter aus dem europäischen Geschäft ausgeschieden. Eine Woche zuvor hatte bereits Berchem den Sprung in die dritte Runde verpasst.
Im Überblick
EHF European Cup, 2. Runde:
Hinspiele:
Esch - Haukar (ISL) 21:41
RK Gorenje Velenje (SLO) - Red Boys 29:31
Berchem - HC Lovcen Cetinje (MNE) 30:40
Rückspiele:
Haukar - Esch 31:24
Red Boys - RK Gorenje Velenje 21:32
HC Lovcen Cetinje - Berchem 34:34