Handball

Auf die Euphorie folgt ein Dämpfer: FLH-Damen verlieren deutlich gegen Großbritannien

Vier Tage nach dem umjubelten 22:20-Sieg in Großbritannien, musste sich die luxemburgische Handball-Nationalmannschaft der Damen am Sonntag im Rückspiel zu Hause deutlich 15:27 geschlagen geben und scheidet damit in der ersten Runde der Qualifikation zur WM 2027 aus.

Die FLH-Damen um Lola Scheuren taten sich im Angriff schwer

Die FLH-Damen um Lola Scheuren taten sich im Angriff schwer Foto: Editpress/Fernand Konnen

Es hätte der nächste Schritt in einer lange ersehnten Entwicklung werden sollen. Vier Tage nach dem ersten Sieg in einem offiziellen Länderspiel seit 2019 konnten die FLH-Damen die Euphorie aus Großbritannien jedoch nicht mit ins heimische Rückspiel nehmen. Statt des erstmaligen sportlichen Einzugs in die zweite Runde einer Qualifikationskampagne stand am Ende eine deutliche Niederlage. Die Enttäuschung war entsprechend groß.

„Wir sind ultra enttäuscht“, sagte Kapitänin Laura Willems. „Wenn man den Score sieht und weiß, was möglich wäre, ist das so verdammt schade für die ganze Mannschaft, für die Zukunft.“ Mit zahlreichen Fehlern im Angriff machten sich die „Roten Löwinnen“ das Leben selbst schwer. „Wir machen gefühlt zwei Steps nach vorne, dann hängt es aber wieder an technischen Fehlern, an Fehlwürfen, eigentlich an so einfachen Sachen. Das ist so schade“, so Willems. „So kommt man international leider nicht weiter.“

Fehler im Angriff bestimmen die Partie

Für das Rückspiel hatte Nationaltrainerin Nina Kanto ihren Kader im Vergleich zum ersten Duell auf zwei Positionen verändert. Nachdem sich Gambini am Mittwoch mit der letzten Aktion der Partie am Knie verletzt hatte, rückte Medeiros für das Rückspiel ins Aufgebot. Zudem ersetzte Huberty Backes als zweite Torhüterin.

Während im Hinspiel noch neun Minuten bis zum ersten Treffer vergangen waren, dauerte es diesmal kaum eine Minute, ehe Joy Wirtz die 770 Zuschauer in der Coque mit dem 1:0 jubeln ließ. Es war ein kurzer Euphoriemoment in der Anfangsphase, dessen Wirkung sich allerdings nicht entfalten sollte. Denn danach fielen die Luxemburgerinnen in die gleichen Muster wie vor vier Tagen. Im Angriff stimmte die Abstimmung nicht und es unterliefen zahlreiche Fehler. Was die Britinnen im ersten Duell noch nicht konsequent bestraft hatten, wurde im Rückspiel zum entscheidenden Faktor. Nach einer Viertelstunde lag Luxemburg mit 3:7 zurück.

Jil Reiter und ihre Teamkolleginnen sind nach der Niederlage in der WM-Qualifikation ausgeschieden

Jil Reiter und ihre Teamkolleginnen sind nach der Niederlage in der WM-Qualifikation ausgeschieden Foto: Editpress/Fernand Konnen

Ein zwischenzeitlicher 3:1-Lauf brachte die FLH-Auswahl zwar noch einmal auf 6:8 heran. Doch dieser Hoffnungsschimmer hielt nicht lange an. Großbritannien fand nach einem Time-out die passende Antwort und setzte sich bis zur Pause auf 14:9 ab.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf. Die Luxemburgerinnen kamen wiederholt in Situationen, in denen sie den Rückstand hätten verkürzen können. Doch die eigenen Fehler verhinderten, dass aus den Möglichkeiten Zählbares wurde. Nach 40 Minuten lag die Angriffseffizienz beim Zwischenstand von 12:19 gerade einmal bei 22 Prozent.

Dem Gegner Selbstvertrauen gegeben

Kanto versuchte, mit einer Auszeit nochmal gegenzusteuern. Doch ihre Spielerinnen verzweifelten gegen die aggressive britische Abwehr. Spätestens als Kesselring zehn Minuten vor dem Ende per Siebenmeter auf 23:13 für Großbritannien erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen.

Dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel, lag auch an der überschaubaren Effizienz der Gäste, die im Angriff ebenfalls nur auf 36 Prozent kamen. An der grundsätzlichen Überlegenheit im Rückspiel änderte das allerdings nichts.

Wir haben gefühlt zwei Steps nach vorne gemacht, dann hängt es aber wieder an technischen Fehlern, an Fehlwürfen – eigentlich an so einfachen Dingen. Das ist so schade.

Laura Willems

Der Frust war auch auf der Trainerbank unübersehbar. Kanto verschwand unmittelbar nach Spielende in die Kabine und rief ihre Spielerinnen zu sich. Für Interviews stand Co-Trainer Nikola Malesevic Rede und Antwort. „Die Enttäuschung ist sehr groß für jeden“, so der 51‑Jährige. „Die Verwirrung im Spiel, vor allem in der Offensive, hat zu Unsicherheiten in der Defensive geführt. Wir haben den Spielerinnen Großbritanniens selbst das nötige Selbstvertrauen gegeben, Tore zu erzielen und das Spiel zu gewinnen.“

„Spiegelt Arbeit nicht wider“

Weiter sagte Malesevic: „Das Ergebnis spiegelt die Arbeit, die wir im Vorfeld geleistet haben, nicht wider. Einerseits haben wir auf Disziplin und Konsequenz gesetzt, andererseits haben wir versucht, den Spielerinnen den psychologischen Druck zu nehmen, damit sie sich wohlfühlen und mit einem guten Gefühl in das Spiel gehen konnten. Am Ende müssen wir zugeben, dass Großbritannien verdient gewonnen hat.“

Damit bleibt für die FLH-Damen nach dem lange ersehnten Erfolg in Großbritannien die Erkenntnis, dass der nächste Schritt auf internationaler Ebene noch ein weiter Weg ist.

Statistik

Luxemburg: Flener (1-18‘, 52-60‘, 2 Paraden), Huberty (18-52‘, 6 P., davon 1 7m) - Mputu 1, Dickes 1, Willems 2, Wirtz 2/1, Gomes 2, Dautaj 2, Medeiros, Reiter 1, Melchior, Kirtz, Scheuren 3, Skenderovic, Caruso 1, Steffen

Großbritannien: Adeniran-Lowe (1-18‘), Stephanides (18-60‘, 9 P.) - Lacour, L. Davies 5, Fraser-Hook 1, D. Davies, Steeples, Greenidge 5, Saunders 1, Savidge-King, Willis, Kesselring 9/6, Woodiwiss, Luke 2, Warren 4, Cappell

Schiedsrichter: Carmaux/Diar (beide F)

Zeitstrafen: Luxemburg 4 - Großbritannien 3

Siebenmeter: Luxemburg 1/1 - Großbritannien 6/7

Zwischenstände: 5‘ 1:2, 10‘ 2:4, 15‘ 3:7, 20‘ 6:9, 25‘ 8:11, 30‘ 9:14, 35‘ 10:16, 40‘ 12:19, 45‘ 13:20, 50‘ 13:22, 55‘ 13:24

Zuschauer: 770 zahlende

Im Überblick

WM-Qualifikation, 1. Phase, Hinspiel:

Großbritannien - Luxemburg 20:22

Rückspiel:

Luxemburg - Großbritannien 15:27

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