Handball

Bann gebrochen, Einstand geglückt: FLH-Damen gewinnen in Großbritannien

Handball-Nationaltrainerin Nina Kanto hat einen gelungenen Einstand gefeiert: Im Hinspiel der ersten WM-Qualifikationsphase sicherten sich die FLH-Damen am Mittwochabend in Großbritannien mit 22:20 ihren ersten Sieg seit sieben Jahren. Das Rückspiel folgt am Sonntag (16.00 Uhr) in der Coque.

Die FLH-Abwehr um Laura Willems und Joy Wirtz (Nummer 10) lieferte ein starkes Spiel

Die FLH-Abwehr um Laura Willems und Joy Wirtz (Nummer 10) lieferte ein starkes Spiel Foto: British Handball

Der Bann ist gebrochen und der Einstand gelungen: Genau 2.700 Tage nach ihrem bislang letzten Sieg in einem offiziellen Länderspiel, haben die FLH-Damen am Mittwochabend im englischen Derby beim Debüt von Nationaltrainerin Nina Kanto wieder gewonnen. Der 22:20-Erfolg gegen Großbritannien ist der erste seit dem 31. Mai 2019 – damals setzten sich die Luxemburgerinnen mit 27:24 gegen Finnland durch.

„Die Freude ist sehr, sehr groß“, sagte Sharon Dickes, die vor sieben Jahren beim letzten Sieg schon auf dem Feld stand. Für Lily Melchior war es der erste Erfolg überhaupt im Trikot der „Roten Löwinnen“: „Wir haben bewiesen, dass wir gewinnen und unser Land vertreten können.“

Für Kapitänin Laura Willems hat dabei vor allem der Kampfgeist den Ausschlag gegeben. „Wir haben 60 Minuten gekämpft und nicht aufgegeben“, sagte sie. „Es war bei weitem nicht alles gut. An den Fehlpässen und den Fehlwürfen müssen wir arbeiten. Es gab aber auch viel Positives: Unsere Abwehr war purer Wille, dazu war Laure (Flener, Anm.) enorm stark.“

Defensiv stark, offensiv zäh

Es ist eine treffende Analyse. Die Defensive, über weite Strecken mit Spielerinnen des HBD besetzt, stand von Beginn an stabil und stellte die Britinnen vor große Probleme. Im Angriff dagegen lief es nicht rund. Nach fünf Minuten stand es noch 0:0, erst Gambini brach in der neunten Minute mit dem 1:0 den Bann.

Auch danach blieb die Begegnung torarm. Bis zum 2:2 in der 13. Minute hatten die Britinnen ausschließlich per Siebenmeter getroffen. Zwei Feldtore bescherten ihnen anschließend eine 4:2-Führung, die Luxemburg jedoch sofort ausglich. Entscheidenden Anteil daran hatte Torhüterin Laure Flener, die nach 20 Minuten bereits acht Paraden verbucht hatte.

Die „Roten Löwinnen“ übernahmen anschließend in der 24. Minute mit 6:4 wieder die Führung, gaben diese aber sofort wieder her. Kanto reagierte mit ihrem ersten Time-out, ihre Mannschaft nahm danach einen knappen 8:6-Vorsprung mit in die zweite Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel platzte auch im Angriff der Knoten. Mit einem 5:2-Lauf setzten sich die FLH-Damen auf 13:8 ab. Doch abschütteln ließen sich die Britinnen nicht: Der Vorsprung wuchs nie über fünf Tore hinaus, die Partie blieb offen.

Kanto mit gemischten Gefühlen

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal eng. Weil Luxemburg seine Chancen nicht konsequent nutzte und sich im Angriff Fehler leistete, rückte Großbritannien bis auf 19:20 heran. Doch die Defensive hielt stand: Gleich viermal scheiterten die Britinnen am möglichen Ausgleich. Dautaj und Caruso machten schließlich mit zwei Treffern den Deckel drauf und sicherten den 22:20-Auftaktsieg unter Kanto.

Die Nationaltrainerin sprach nach Abpfiff von einer schwierigen Partie. „Die Spielerinnen waren am Anfang vom Druck und der Bedeutung des Spiels gehemmt und konnten sich davon nicht befreien.“ Das geplante Angriffskonzept griff deshalb nicht: „Wir waren nicht in der Lage, auch nur einen einzigen der vorbereiteten Spielzüge umzusetzen, obwohl wir die defensiven Reaktionen der Gegnerinnen vorausgesehen hatten.“

Kanto reagierte und zauberte einen neuen Spielzug mit zwei Kreisläuferinnen aus dem Hut. „Damit konnten wir uns ein kleines Polster erarbeiten, das uns letztlich half, das Spiel für uns zu entscheiden“, so Kanto.

Rückspiel am Sonntag in der Coque

Positiv stimmten sie hingegen die Abwehr und die Torhüterleistung. Flener kam am Ende auf insgesamt 17 Paraden und avancierte zur Frau des Spiels. „Laure hat ein außergewöhnliches Spiel gezeigt“, so Kanto. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die nie den Kopf hängen ließ und als Team aufgetreten ist. Jede Spielerin hat in einem entscheidenden Moment etwas zum Erfolg beigetragen. Gemeinsam als Mannschaft zu gewinnen, ist die wahre Freude.“

Ein erster Schritt ist mit dem Sieg geschafft. Im Rückspiel am Sonntag vor heimischem Publikum wollen die Luxemburgerinnen nun den nächsten Meilenstein perfekt machen: Erstmals auf dem sportlichen Weg die zweite Phase einer Qualifikationskampagne erreichen.

Statistik

Großbritannien: Adeniran-Lowe (1-35‘, 47-60‘, 12 Paraden, davon 1 7m), Stephanides (35-47‘, 1 P.) - Lacour 2, Davies 2, Fraser-Hook, Dann Ward, Steeples, Greenidge, Saunders 2, Savidge-King 1, Willis, Kesselring 8/5, Woodiwiss, Luke 3, Warren 2, Cappell

Luxemburg: Flener (1-60‘, 17 P.), Backes (bei 1 7m) - Mputu, Dickes 1, Willems 1, Wirtz 5, Gomes 1, Dautaj 6, Gambini 2, Reiter, Melchior 1, Kirtz 1/1, Scheuren, Skenderovic, Caruso 4, Steffen

Schiedsrichter: Bashev/Blazheva (beide BG)

Zeitstrafen: Großbritannien 2 - Luxemburg 1

Siebenmeter: Großbritannien 5/5 - Luxemburg 1/2

Zwischenstände: 5‘ 0:0, 10‘ 0:1, 15‘ 2:2, 20‘ 4:4, 25‘ 6:6, 30‘ 6:8, 35‘ 8:12, 40‘ 11:15, 45‘ 13:18, 50‘ 17:20, 55‘ 19:20

Zuschauer: 600 (offizielle Angabe)

Im Überblick

WM-Qualifikation, 1. Phase:

Hinspiel in Derby:

Großbritannien - Luxemburg 20:22

Rückspiel am Sonntag in der Coque:

16.00: Luxemburg - Großbritannien

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