ARANTIA FELS
Edson de Sousa Silva: Aus der eigenen Jugend auf die große Bühne
Mit seinen gerade einmal 19 Jahren wird Edson de Sousa Silva am Sonntag bereits sein zweites Pokalhalbfinale bestreiten. Nachdem die Arantia vergangene Saison gegen Esch ausschied, wollen die Felser dieses Jahr den Finaleinzug schaffen.
Edson de Sousa Silva Sousa ist eines der großen Talente, die es aus der Felser Jugend in die erste Mannschaft geschafft haben Foto: Editpress/Gerry Schmit
Im Alter von vier Jahren begann die Basketballkarriere von Edson de Sousa Silva. „Ich probierte es zuerst mit Fußball, da mein älterer Bruder ebenfalls Fußball spielte und noch immer spielt. Doch ich wechselte schnell zum Basketball. Bei dieser Entscheidung spielte mein Vater keine unwesentliche Rolle“, erklärt der 19-Jährige mit einem Schmunzeln.
Seine Stärke ist der Zug zum Korb, doch am Wurf gibt es noch Luft nach oben
Humberto Silva
über Sohn Edson
Vater Humberto Silva ging von 2004 bis 2016 ebenfalls in Fels auf Korbjagd. Dass er bei der Arantia gelandet ist, war allerdings eher ein Zufall. „In meiner Heimat Angola spielte ich Basketball. Wir sind eine Basketball-Familie, denn auch mein Bruder war lange Zeit Spieler und ist heute noch als Trainer aktiv und meine Tochter spielt ebenfalls in der Felser Jugend. In einem Gespräch erwähnte Diamantino Jordão, der Vater von Pedro und Rui Nunes, den Felser Klub. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass es einen Basketballverein in Fels gibt“, bemerkt er mit einem Lachen.
Und so kam es, dass Humberto Silva im Alter von 33 Jahren noch einmal die Basketballschuhe schnürte. 2009 und 2012 konnte er mit der Arantia die Coupe FLBB gewinnen, zusammen mit Pedro Nunes, der übrigens Edsons erster Jugendtrainer war.
Vater Humberto lief ebenfalls schon im Trikot der Arantia auf und gibt seinem Sohn einige Ratschläge mit auf den Weg Foto: Gabi Besenius
Eine Basketballfamilie
Mittlerweile zählt Edson zu den Leistungsträgern der Arantia. In der Saison 2022/23 stand er erstmals im Kader der ersten Mannschaft und in der darauffolgenden Spielzeit kam er zu ersten Einsätzen in der ersten Liga. „Man macht Fortschritte, wenn man mit besseren Spielern zusammenspielt und gegen stärkere Gegner antreten kann. Deshalb hat es mich gefreut, als Christophe Ney mich damals in die erste Mannschaft berufen hat, zumal ich zu diesem Zeitpunkt eine Knieverletzung auskuriert hatte. Als junger Spieler konnte ich mich somit weiterentwickeln“, erklärt der 19-Jährige, der unterstreicht, dass er seitdem vor allem an Selbstvertrauen gewonnen hat.
In der aktuellen Saison kam er bisher im Durchschnitt rund 22 Minuten zum Einsatz und erzielte dabei im Schnitt 11,2 Punkte. „Er hat sich im defensiven Bereich verbessert. Zu Beginn strengte er sich hier weniger an (lacht), doch mit der Zeit hat er Fortschritte gemacht. Seine Stärke ist der Zug zum Korb, doch am Wurf gibt es noch Luft nach oben“, erklärt der Vater, der zugibt, dass Basketball zu Hause ein großes Thema ist und er seinen Kindern regelmäßig Ratschläge gibt.
In den letzten Jahren hat die Arantia sich im oberen Bereich der Tabelle etabliert. Diese Saison wurde sich zudem mit Jonas Levickas und Tyrell Sturdivant verstärkt. Und seit Jahresbeginn ist Mykolas Maindron, der nach der letzten Saison eine Pause eingelegt hatte, wieder im Kader. Die Felser sind nicht ohne Ambitionen in die Saison gestartet. Und laut Edson de Sousa Silva stehen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Spielzeit gut. „Das Potenzial ist vorhanden. Es liegt alleine an uns. Wir müssen das Beste aus uns herausholen und zeigen, wozu wir in der Lage sind, damit unsere Stärken auf dem Feld zum Tragen kommen.“ Auch der Vater ist zuversichtlich gestimmt: „Die Motivation der Spieler ist groß. Mit dem vorhandenen Kader ist alles möglich diese Saison.“
Zwei weitere Jahre
Humberto Silva (hier mit Pedro Nunes) gewann mit der Arantia zweimal die Coupe FLBB und erlebte den Aufschwung des Vereins hautnah mit Foto: Archiv Arantia Fels
Ein erstes Saison-Highlight steht am Sonntag mit dem Halbfinale des Pokals gegen die Sparta bevor: Vor einer Kulisse wie in der Coque zu spielen ist für jeden Spieler etwas Besonderes: „Man ist schon nervös. Und diese Nervosität verfliegt nicht mit Spielbeginn. Das dauert schon ein paar Minuten“, gibt der 19-Jährige mit einem Grinsen zu und ergänzt: „Es ist jedoch eine Erfahrung, aus der man etwas mitnimmt.“
Dass ein Sieg gegen die Sparta möglich ist, hat die Arantia diese Saison bereits bewiesen. Denn am zwölften Spieltag schlug Fels in einer dramatischen Partie die Bartringer in einem regelrechten Krimi knapp 82:85. „Man muss zudem bedenken, dass wir in diesem Spiel ohne den verletzten Kevon Godwin antreten mussten. Ich würde schon sagen, dass der psychologische Vorteil bei uns liegt“, bemerkt der Felser Spieler, der unterstreicht, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Defense liegt.
Die Jugendarbeit wird bei der Arantia seit Jahren großgeschrieben: Edson De Sousa Silva ist einer der Spieler, die aus der eigenen Jugend stammen und den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben. Und noch vor Beginn der Play-offs hat der Verein dafür gesorgt, dass er der Arantia auch weiterhin erhalten bleibt. Denn kurz vor Jahresende hat der 19-Jährige für zwei weitere Jahre unterschrieben. Bei seinem Heimatklub fühlt er sich wohl: „Ich liebe den Verein, meine Teamkollegen und die Fans.“ Sein Ziel ist es jedoch, irgendwann eine Profikarriere einzuschlagen. „Ein konkretes Ziel habe ich noch nicht. Jetzt will ich mich erst einmal auf die nächsten zwei Jahre bei der Arantia konzentrieren. Alles andere wird sich dann zeigen.“
Es gilt demnach, einen Schritt nach dem anderen zu tun – und der erste Schritt ist es, sich und seinem Team den Traum vom Pokalfinale zu erfüllen.