Handball

Dänemark beendet den EM-Fluch

Dänemarks Handballer haben ihren 14 Jahre andauernden EM-Fluch beendet. In einem spannenden Finale gegen Deutschland holte der amtierende Weltmeister und Olympiasieger am Sonntag auch den Europameister-Titel.

Dänische Fußballspieler jubeln nach dem Gewinn des EM-Titels 2024, erstmals seit 14 Jahren wieder Europameister.

Die Dänen feiern erstmals seit 14 Jahren wieder den EM-Titel Foto: AFP/Jonathan Nackstrand

Deutschlands Torhüter Andreas Wolff saß völlig ausgepumpt auf der Ersatzbank, Spielmacher Juri Knorr wickelte sich abgekämpft und frustriert in ein Handtuch, als um sie herum die Hölle von Herning explodierte und Dänemarks Handballer mit den 15.000 Zuschauern in der Hallen wild ihren Heim-Coup feierten.

Der amtierende Weltmeister und Olympiasieger sicherte sich in einem Herzschlagfinale den EM-Titel und beendete damit auch den Triumphzug des Gegners. Mit 34:27 rang die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen die Deutschen in einem lange Zeit ausgeglichenen und hochintensiven Endspiel nieder. Mit dem Gewinn der Silbermedaille feierte das DHB-Team aber immerhin den größten Erfolg bei einer Europameisterschaft seit dem Titelgewinn vor zehn Jahren.

„Ich bin stolz auf die Leistung, stolz auf das ganze Turnier“, sagte DHB-Kapitän Johannes Golla im ZDF. „Wir haben uns nicht aufgegeben. Wir sind bis zur 45., 50. Minute im Spiel.“ Seine Mannschaft habe sich „mit einer vernünftigen Leistung vom Turnier verabschiedet. Glückwunsch an Dänemark. Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen.“

Im Finale überzeugten die Dänen einmal mehr mit Highspeed-Handball und bestätigten ihre Stellung als Handball-Hypermacht. Bis in die Schlussphase hinein blieb es spannend und Deutschland war beim 27:29 in der 55. Minute noch dran. Zum Ende drehte Dänemark mit seinen herausragenden Einzelkönnern aber auf.

Dänemark, das vor anderthalb Jahren schon das Olympia-Finale gegen Deutschland (39:26) gewonnen hatte, beendete schließlich seinen 14 Jahre dauernden EM-Fluch und holte als erster Gastgeber einer Europameisterschaft seit 2002 den Titel. Zudem machten die Skandinavier als zweites Team nach Frankreich (2010) den Golden Slam des Handballs perfekt und sicherten sich nach Olympia- und WM-Gold auch den EM-Titel.

Dabei hatten sie die Hauptrunde nach einer Niederlage gegen Portugal in der Vorrunde (29:31) zunächst mit dem Rücken zur Wand begonnen. Doch dann besiegten sie nacheinander Frankreich (32:29), Spanien (36:31), Deutschland erstmals (31:26), Norwegen (38:24), Island (31:28) und schließlich erneut die deutsche Mannschaft.

Gidsel mit Torrekord

Im Finale glänzten einmal mehr Simon Pytlick mit acht Toren sowie Superstar Mathias Gidsel mit sieben Toren. Der 26-jährige Welthandballer der Füchse Berlin hat damit auch einen EM-Torrekord aufgestellt. Gidsel erzielte beim Turnier in seiner Heimat bei neun Einsätzen insgesamt 68 Treffer und übertraf damit eine sechs Jahre alte Bestmarke. Der Norweger Sander Sagosen hatte bei der EM 2020 65 Tore erzielt.

Zweitbester EM-Torschütze beim aktuellen Turnier ist mit Simon Pytlick von der SG Flensburg Handewitt (64 Treffer) ebenfalls ein Däne. Auf Platz drei folgt der Portugiese Francisco Costa (61). (SID, jw)

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