Ghetto statt Integration

Zustände in Flüchtlingsunterkünften in Luxemburg sind nicht besser geworden

In mancherlei Hinsicht hat sich die Wohnungssituation der Geflüchteten in Luxemburg zugespitzt. Selbst wenn sie einen internationalen Schutz erhalten haben, bleiben sie mit vielen Problemen konfrontiert. Das zuständige Familienministerium und die ihm unterstellte Behörde ONA sind überfordert, während Flüchtlingshilfsorganisationen ihr Bestmögliches unternehmen.

Geflüchtete bei Pressekonferenz im Restaurant Chiche am 25. September 2025 sprechen über ihre Situation

Bei einer Pressekonferenz von betroffenen Geflüchteten im Restaurant „Chiche“ am 25. September 2025 Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Lichoms Flucht endet in Zolver. Zumindest vorerst. Wie ihre Mitbewohnerinnen in dem Flüchtlingsheim hat sie eine lange Reise hinter sich, und wie die meisten der 30 Frauen, allesamt aus Eritrea, die in dem vom „Office national de l’accueil“ (ONA) geführten Gebäude in der Gemeinde Sanem untergebracht sind, musste die junge Frau ein großes Stück ihres Weges durch die Wüste zurücklegen. Schutzlos, hilflos und zeitweise auch hoffnungslos, haben sie verschiedene Routen genommen.

In der ONA-Struktur sind sie ganz unter sich. Sie fühlen sich ghettoisiert. „Integration sieht anders aus“, sagen sie, als sie die Tageblatt-Redaktion besuchen, um von ihrer Situation zu berichten. Einige erzählen auch von der Flucht aus ihrem Herkunftsland, das eine Diktatur ist und seinen Einwohnern fast keine Perspektive bietet außer dem Militärdienst.

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