Pflegebereich
Von mangelhafter Ausbildung und innerer Kündigung
Seit Jahren wird in Luxemburg die Werbetrommel für Pflegeberufe gerührt. Eine chaotische Ausbildung und mangelnde Perspektiven führen allerdings dazu, dass Luxemburg im Pflegebereich alles andere als gut aufgestellt ist. Für die Generalsekretärin der „Association nationale des infirmières et infirmiers du Luxembourg“ (ANIL) ist es bereits fünf nach zwölf.
Es brauche geordnete Bahnen für die Ausbildung der Krankenpfleger in Luxemburg, fordert Tina Koch von der ANIL Foto: Editpress-Archiv
„Bist du ein sehr hilfsbereiter Mensch und macht es dir Spaß, dich um andere zu kümmern und sie zu umsorgen? Dann bewirb dich in der Pflegebranche! Jeden Tag nach der getanen Arbeit kannst du sicher sein, dass du gebraucht wirst und du der Gesellschaft etwas Positives zurückgibst. Nach deiner Ausbildung in einem Pflegeberuf kannst du dich zudem auf vielseitige Einsatz- und Weiterbildungsmöglichkeiten freuen.“ So oder so ähnlich wirbt man in unserem Nachbarland Deutschland für Pflegekräfte. „Wer eine Ausbildung in der Pflege beginnt, ergreift einen Beruf mit Perspektive. Das gilt heute mehr denn je“, sagte Dr. Franziska Giffey, deutsche Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mitte letzten Jahres vor laufenden Kameras. „Durch die Reform der Pflegeberufe wird die Ausbildung zur Pflegefachperson in Deutschland modernisiert und attraktiver gemacht sowie der Berufsbereich der Pflege insgesamt aufgewertet. Das vom Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium vorbereitete und im Juli 2017 verkündete Pflegeberufereformgesetz schafft den Rahmen für den Start der neuen Pflegeausbildungen ab Anfang 2020.“