Caritas-Betrugsfall
Spuerkeess bietet Finanzkommission Erklärungen zu Millionengeldstrafe an
Die Staatsbank Spuerkeess hat der Finanzkommission Erklärungen zu ihrer fast fünf Millionen hohen Strafzahlung angeboten, die die Finanzaufsicht CSSF kürzlich gegen sie verhängt hat. Ein entsprechendes Treffen könnte es in drei bis fünf Wochen geben.
Die Sparkasse ist zu Gesprächen bereit Symbolfoto: Editpress-Archiv/François Aussems
Luxemburgs Finanzaufsicht „Commission de surveillance du secteur financier“ (CSSF) hatte der Spuerkeess erst vor kurzem eine knapp fünf Millionen Euro hohe Strafe verordnet. Jetzt hat die Bank laut einem Schreiben an die Chamber, das RTL vorliegt, der Finanzkommission Erklärungen zu der Strafzahlung angeboten. Hintergrund der Ende Juli verhängten Sanktion war die Caritas-Affäre, bei der rund 61 Millionen Euro veruntreut wurden. Verhängt wurde sie, weil die CSSF Schwachstellen in der Kontrolle von Finanztransaktionen bei der Bank festgestellt hatte.
Die Spuerkeess hatte schon einmal Fragen zu dem Betrugsfall beantwortet – am 5. Mai, vor der Spezialkommission, die extra für die Causa Caritas in der Chamber zusammengestellt wurde. Während die Bank nach der Verhängung der Millionenzahlung die Vorwürfe zunächst zurückwies und Transparenz betonte, hatten sich Mitglieder der Spezialkommission bereits kritisch gezeigt und am Wahrheitsgehalt der Aussagen der Verantwortlichen gezweifelt.
„Sie [Anm. der Red.: die Vertreter der Bank] haben sich oft hinter ihrem [Bank]Geheimnis verschanzt, aber im Großen und Ganzen haben sie immer gesagt, ihrer Meinung nach sei alles nach den Regeln der Kunst abgelaufen. Und das ist natürlich ein ernstes Problem, wenn man jetzt sieht, dass es in Wirklichkeit doch nicht so ist“, kritisierte Djuna Bernard („déi gréng“) im 100,7-Interview.
Die Bank war nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Kommissionssitzung bereits über die bevorstehende Fünf-Millionen-Sanktion informiert, durfte sich jedoch noch nicht öffentlich dazu äußern, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen war, wie die Spuerkeess-Generaldirektorin Françoise Thoma im Gespräch mit dem Tageblatt am 6. August erklärte.
Mittlerweile hat die Caritas-Kommission ihre Arbeit abgeschlossen (das Tageblatt berichtete). Die Sitzung mit der Finanzkommission, zu der die Spuerkeess nun bereit ist, sei für die erste Hälfte des Monats September angedacht. Zu dem Treffen sollen sowohl Vertreter der Bankdirektion als auch technische Experten erscheinen.