Drei Jahre später
Rentenungleichheit in Luxemburg durch EU-Formular bleibt ungelöst
Fast drei Jahre, nachdem das Tageblatt über eine beachtliche Ungleichheit beim Renteneintrittsalter berichtet hat, ist das Problem noch immer nicht gelöst. Während die damalige Regierung vorgab, sich auf EU-Ebene und bilateral für eine Lösung einzusetzen, zeigt eine aktuelle Nachfrage: Es hat sich nichts geändert.
Ein EU-Formular, das zu mehr Gerechtigkeit führen sollte, schafft seit etwa vier Jahren mehr Ungerechtigkeiten Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Geschichte begann im Februar 2023, als sich ein Grenzgänger aus Deutschland beim Tageblatt meldete. Der Mann, den wir aus Datenschutzgründen nur „Michael“ nannten, arbeitete seit 30 Jahren bei einem Finanzinstitut in Luxemburg. Als er sich über die Regeln zum Vorruhestand informierte, erlebte er eine Überraschung: Die luxemburgische Rentenkasse CNAP wollte ihn zwei Jahre früher in Rente schicken als erwartet – nicht etwa, weil sich ein Gesetz geändert hätte, sondern weil seit Anfang 2022 ein neues EU-Formular namens P5000 verwendet wurde.