Universität Luxemburg
Rektor Jens Kreisel ist bis Anfang Mai krankgeschrieben
Uni-Rektor Jens Kreisel ist bis Anfang Mai krankgeschrieben, die Uni ernennt für die Zeit einen Ersatz.
Geriet im Zuge der Enthüllungen ebenfalls unter Druck: Uni-Rektor Jens Kreisel Foto: Editpress/Alain Rischard
Uni-Rektor Jens Kreisel ist bis zum 4. Mai krankgeschrieben. Diese Meldung des Radiosenders 100,7 bestätigt die Univerwaltung gegenüber dem Tageblatt auf Nachfrage hin. „Philippe Hiligsmann, Vizerektor für akademische und studentische Angelegenheiten, wird ihn vorübergehend vertreten, um einen reibungslosen Ablauf der Universitätsangelegenheiten zu gewährleisten“, heißt es vonseiten der Pressestelle der Universität auf Belval. Ob zwischen der Krankschreibung und den in den vergangenen sechs Monaten öffentlich gewordenen Anschuldigungen gegen die Universität ein Zusammenhang besteht, ließ das Presseteam der Universität unbeantwortet.
Die Liste an Verfehlungen, die von Mitarbeitern in den vergangenen Monaten an die Universität herangetragen wurde, ist lang: toxisches Arbeitsklima, Vetternwirtschaft in verschiedenen Fakultäten, ungerechtfertigte Entlassungen. Zunächst reagierte die Universität Luxemburg und bestritt auf einer Pressekonferenz ein systemisches Problem – die Enthüllungen in den Medien seien auf „ein paar Frustrierte“ innerhalb der Universität zurückzuführen. Dann schaltete sich die Politik ein: Direktor Jens Kreisel musste sich in der Hochschulkommission der Chamber verantworten.
Mobbing, Belästigung und Entlassungen
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Mittlerweile hat sowohl die Universität als auch das Hochschulministerium ein Audit in Auftrag gegeben. Beide Prüfberichte sollen in der zuständigen Chamber-Kommission diskutiert werden. „Wir warten dafür beide Prüfungsberichte ab, es handelt sich ja um eine betroffene Entität“, meinte DP-Hochschulministerin Stéphanie Obertin im Februar. Die beiden Audits sorgen jedoch für weitere Bedenken in den Reihen der Abgeordneten. Einerseits wird die Unabhängigkeit des Universitätsaudits angezweifelt. Andererseits wurde starke Kritik an der Methodologie des vom Hochschulministerium in Auftrag gegebenen Audits laut. (siw)