Neue Statec-Prognosen
Defizit bei den Staatsfinanzen könnte weiter wachsen – wenn der Krieg andauert
Noch scheinen die Auswirkungen der Energiekrise relativ milde, das Statec rechnet dennoch mit einem geringeren Wirtschaftswachstum, als zuvor angenommen. Sollte der Krieg im Iran anhalten, könnte sich die Lage der Staatsfinanzen merklich verschlechtern.
Muss sich um sein Saldo sorgen, wenn der Krieg im Iran andauert: Finanzminister Gilles Roth (CSV) Foto: Editpress/Julien Garroy
Dass die Statistikbehörde Statec ihre halbjährliche Konjunkturprognose am Tag der nächsten Tripartite-Runde vorstellt, ist ein Zufall. Das hat Statec-Direktor Tom Haas im Interview mit dem Tageblatt vor wenigen Tagen noch einmal klar gestellt. Schon zum ersten Treffen der Sozialpartner am 12. Mai hatte Haas einen Vorgeschmack auf die Prognosen seines Hauses zu Wirtschaftswachstum, Inflation und Arbeitsmarktentwicklung gegeben – unter anderem im Lichte des Szenarios eines andauernden Konfliktes im Iran.
Ein Szenario das heute, Anfang Juni, noch einmal wahrscheinlicher erscheint. Noch immer ist die Straße von Hormus blockiert, die Verhandlungen einmal mehr zum Stillstand gekommen. Und doch, so stellen die Statistiker fest, seien die Preise noch immer niedrig. „Die Märkte sind noch immer optimistisch, dass eine schnelle Lösung gefunden wird“, sagt Haas am Dienstagvormittag. „Solange das noch der Fall ist, sind die direkten Auswirkungen dieser Energiekrise noch relativ begrenzt.“