Warten auf den Aufschwung

Statec-Direktor Tom Haas über Staatsfinanzen und warum wir Armut definieren, Reichtum aber nicht

Vor dem Beginn der Tripartite-Verhandlungen erklärt Statec-Direktor Tom Haas, welche Auswirkungen der Iran-Krieg auf Luxemburg haben könnte, wieso es einfacher ist, eine Untergrenze für gesellschaftliche Teilhabe zu definieren als eine Obergrenze für Wohlstand, und weshalb Haushalte sich statistisch leichter durchleuchten lassen als Unternehmen.

Tom Haas, neuer Leiter des nationalen Statistikamts, übernimmt im Oktober 2024 von Serge Allegrezza

Tom Haas (43) hat Ende Oktober 2024 die Leitung des nationalen Statistikamts von Serge Allegrezza übernommen Foto: Editpress/Julien Garroy

Tageblatt: Bei der ersten Tripartite-Sitzung am 12. Mai hat das Statec das Szenario eines „Conflit prolongé“ im Iran vorgestellt: Sollte die Straße von Hormus bis September geschlossen bleiben, müsse Luxemburg mit einer Rezession und einer Inflation von bis zu sechs Prozent rechnen. Sie haben jedoch nicht dargelegt, wie dieses Szenario sich auf die Staatsfinanzen auswirken würde. Wieso nicht?

Tom Haas: Wir haben unseren Publikationsrhythmus. Die „Note de conjoncture“ wird erst am 2. Juni vorgestellt, das stand schon Anfang des Jahres fest. Als die Tripartite für den 12. Mai einberufen wurde, haben wir uns beeilt, damit wir trotzdem möglichst viele konkrete Zahlen vorlegen konnten. Doch alle Analysen und Berechnungen waren noch nicht abgeschlossen, neben dem Staatshaushalt fehlten auch die Emissionen noch. Das sind die Berechnungen, die wir erst ganz am Ende durchführen, wenn die Wirtschaftszahlen erst mal vorliegen, von denen sich die Steuereinnahmen ableiten lassen.

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