Mieterschutz
Neue Vereinigung will sich in Luxemburg für Rechte von Mietern einsetzen
Die gemeinnützige Vereinigung „Mieterschutz Lëtzebuerg“ will die Interessen von Mietern gegenüber Politik und Gesellschaft vertreten und ihnen in Rechtsfragen zur Seite stehen. Kein einfaches Unterfangen in einem Land, in dem mehr als 70% aller Haushalte im Besitz einer eigenen Wohnung sind und der politische Wille, einkommensschwachen und sozial benachteiligten Mietern mehr Rechte einzuräumen, immer noch fehlt.
Laut einer Studie des Forschungsinstituts Liser lag das Medianeinkommen der Mieter 2018 bei 44.436 Euro. Bei den Wohnungsbesitzern mit Immobiliendarlehen lag das Medianeinkommen mit 75.759 Euro deutlich höher. Foto: Editpress/Isabella Finzi
Rund 70% aller Haushalte in Luxemburg sind im Besitz einer eigenen Wohnung. Unter den Haushalten mit Luxemburger Nationalität sind es über 80%. Ein Fünftel der Einwohner besitzt mindestens eine Zweitimmobilie. Zur Miete wohnen in Luxemburg überwiegend einkommensschwache Haushalte. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Liser lag das Medianeinkommen der Mieter 2018 bei 44.436 Euro. Zum Vergleich: Bei den Besitzern mit Immobiliendarlehen waren es 75.759 Euro. Gleichzeitig ist Mieten in den vergangenen zehn Jahren immer teurer geworden. Der Anteil der Mieter, die über 40% ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden, hat sich zwischen 2010 (19,5%) und 2017 (38,2%) fast verdoppelt. In der untersten Einkommensschicht liegt dieser Anteil inzwischen bei rund 64% (2010 waren es nur 42%). Damit wird die Wohnungsfrage in Luxemburg immer mehr auch zur sozialen Frage.