Chèque-service accueil

Neue Tarife: Meisch will Eltern um „tausende Euro“ entlasten

Luxemburg will das System des „chèque-service accueil“ (CSA) grundlegend umbauen. Bildungsminister Claude Meisch stellte am Montag ein Reformpaket vor, das Familien finanziell entlasten, die Qualität der Betreuung stärken und die Finanzierung der Einrichtungen neu ordnen soll.

Bildungsminister Meisch spricht bei Pressekonferenz zur Reform des Chèque-service d’accueil, Reform des Kinderbetreuungssystems

Bildungsminister Meisch bei der Pressekonferenz zur Reform der „chèques-services d‘accueil“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die Kinderbetreuung in Luxemburg wird für Familien mit niedrigem Einkommen günstiger: Künftig soll der Staat zwei Drittel jener Ausgaben übernehmen, die bisher bei den Familien liegen. Je nach Haushaltseinkommen könne das laut Bildungsminister Meisch (DP) eine Entlastung von mehreren Tausend Euro pro Jahr bedeuten. Der CSA-Tarif wird dafür angepasst, um gezielter nach Einkommen zu entlasten und Armut bei Kindern stärker zu bekämpfen.

Zugleich plant die Regierung einheitliche Abrechnungsregeln: Für alle Betreuungs- und Bildungsangebote soll eine einheitliche Tariflogik gelten. Zusätzliche Aufpreise der Einrichtungen sollen nicht mehr möglich sein. Abgerechnet wird demnach künftig nach den eingeschriebenen Stunden eines Kindes statt über Pauschalen. Die gesamten Einsparungen für Haushalte – über alle Kinder gerechnet – beziffert das Ministerium auf 79 Millionen Euro pro Jahr.

Ziel: Betreuungsplätze für jedes Kind

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft das Angebot an Betreuungsplätzen. Die Regierung hält an ihrem Ziel fest, bis 2030 für jedes Kind, das eine Betreuung braucht, einen Platz zu garantieren. Dafür soll die staatliche Beteiligung an den Einrichtungen steigen: Der Beitrag pro Stunde und Kind wird von 6 auf 7 Euro erhöht. Ab 2027 ist zudem eine neue staatliche Kompensation für alle Einrichtungen vorgesehen. Zusätzlich soll eine Mietbeihilfe Einrichtungen bei steigenden Wohn- und Betriebskosten entlasten.

Mehr Geld soll aber auch an strengere Regeln gekoppelt werden. Vorgesehen sind harmonisierte Vorgaben und ein ausgebautes Kontrollsystem, damit öffentliche Mittel tatsächlich der Aufgabe der nicht-formalen Bildung dienen.

Beim Thema Qualität kündigt das Ministerium weitere Investitionen an, etwa über eine Anpassung des Betreuungsschlüssels. Auch die Tätigkeit von Tageseltern („assistance parentale“) soll stärker aufgewertet werden.

Neu ist außerdem die Schaffung einer öffentlichen Agentur: AQUEN („Agence pour le développement de la qualité dans les secteurs de l’Enfance et de la Jeunesse“) soll künftig Qualitätssicherung, pädagogische Innovation und Professionalisierung im gesamten Bereich der nicht-formalen Bildung vorantreiben. Die Reform, so das Ministerium, solle den Erwartungen der Familien und den Anforderungen an Kinderrechte entsprechen – mit dem Ziel einer sicheren, inklusiven und entwicklungsfördernden Betreuung.

2 Kommentare
Grober J-P. 12.01.202621:00 Uhr

Wir mussten uns um die Kinder selbst kümmern, Mutti blieb zu Hause und wird jetzt ab 65 mit einem Almosen abserviert und muss dazu noch eine Steuererklärung abliefern die nix bringt. Einen Tausender pro Monat, H. Meisch, tun Sie doch auch was für die älteren Muttis die noch keine Tagesstätten .......ach, vergessen Sie's.

Manfred Reinertz Barriera 12.01.202620:23 Uhr

Bravo Herr Meisch eine gute Nachricht... weitermachen so in dieser Richtung dann...!

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