Phishing und Money Muling

Mutmaßliche Schlüsselfigur in Dubai festgenommen und nach Luxemburg ausgelifert

Eine internationale Kooperation führt zu einem wichtigen Durchbruch gegen ein Betrügernetzwerk, das Einwohner Luxemburgs um über 113.000 Euro gebracht hat. Eine mutmaßliche Schlüsselfigur wurde in Dubai festgenommen und ausgeliefert.

Verdächtiger wird am 29. Januar erfolgreich an Luxemburg ausgeliefert, Polizei und Gerichtsbeteiligte vor Ort

Der Verdächtige wurde am 29. Januar nach Luxemburg ausgeliefert Foto: Getty Images/iStockphoto

Die Luxemburger Staatsanwaltschaft berichtet am Freitagnachmittag von bedeutenden Fortschritten in den Ermittlungen gegen Phishing-Betrüger, die mehrere Luxemburger um ihr Geld betrogen haben.

In Zusammenarbeit mit internationalen Polizei- und Strafverfolgungsbehörden konnte eine zentrale Person identifiziert werden, die mutmaßlich eine Schlüsselrolle in einer Phishing-Betrugsmasche, insbesondere über SMS, sowie im anschließenden Geldwäscheprozess von abgezweigten Geldern gespielt haben soll. Diese Person wird verdächtigt, beim Aufbau eines Betrugsnetzwerkes beteiligt gewesen zu sein und in Luxemburg zahlreiche Money Mules rekrutiert zu haben.

Die Person, die seit Juli 2025 mit einem internationalen Haftbefehl (Interpol) gesucht wurde, konnte im Dezember 2025 in Dubai festgenommen werden. Dank einer engen internationalen Kooperation zwischen der Polizei Luxemburg, den emiratischen Behörden, Europol und weiteren Partnern konnte die Auslieferung nach Luxemburg am 29. Januar erfolgreich durchgeführt werden. Nach ihrer Ankunft in Luxemburg wurde die Person am 30. Januar einem Untersuchungsrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft berichtet.

Ein weiterer Verdächtiger

Des Weiteren wurde im Rahmen der gleichen Ermittlungen eine zweite Person, die als weiterer mutmaßlicher Täter gilt, am 27. Januar in Luxemburg festgenommen. Diese Person ist bereits wegen eines anderen Verbrechens zu einer 12-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden und wird nun wegen der gleichen Phishing-Betrügereien angeklagt, heißt es in der Mitteilung.

Bisher wurden mehr als zehn Opfer identifiziert, bei denen zwischen Dezember 2022 und August 2023 einSchaden von schätzungsweise rund 113.000 Euro entstanden ist. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern weiterhin an.

Strafbar

Die Polizei erinnert erneut daran, dass Money Mules, also Personen, die ihre Bankkonten oder Zahlungsmethoden für illegale Geldtransfers zur Verfügung stellen, strafrechtlich verfolgt werden.

Darüber hinaus sollten Passwörter, Bankdaten oder andere sensible Informationen niemals an Dritte weitergegeben werden, insbesondere nicht, wenn sie in Verbindung mit verdächtigen E-Mails oder SMS-Nachrichten stehen, die zu betrügerischen Internetseiten führen.

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