Overshoot Day

Luxemburg hat bereits alle Ressourcen für 2026 aufgebraucht

Luxemburg hat seinen „Overshoot Day“ 2026 bereits am 17. Februar erreicht – als zweitgrößter Ressourcenverbraucher weltweit. Trotz gleich bleibendem Wert im Vergleich zu 2025 fordern Klimaaktivisten mutige Maßnahmen gegen den übermäßigen Konsum und ein Umdenken in Politik und Gesellschaft.

Fast ein Viertel von Luxemburgs ökologischem Fußabdruck ist auf den Tanktourismus zurückzuführen

Fast ein Viertel von Luxemburgs ökologischem Fußabdruck ist auf den Tanktourismus zurückzuführen Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Für Luxemburg ist das Ressourcenjahr 2026 praktisch schon beendet. Das Global Footprint Network datiert den hiesigen „Overshoot Day“ auf den 17. Februar. Das bedeutet: Würde die ganze Welt so leben wie die Menschen im Großherzogtum, wären an diesem Tag alle erneuerbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht. Damit belegt Luxemburg erneut, wie im Jahr 2025, Platz zwei weltweit. Nur Katar erreicht den kritischen Punkt noch früher: Dort fällt der Overshoot Day bereits auf den 4. Februar.

Die wohl einzig gute Nachricht dabei: Im Gegensatz zu Katar fällt Luxemburgs Wertung im Vergleich zum Vorjahr zumindest nicht noch schlechter aus. 2025 fiel Luxemburgs Overshoot Day ebenfalls auf den 17. Februar, 2024 immerhin noch auf den 20. Februar. Bei Katar war es in dem Zeitraum der 6. bzw. der 22. Februar. Würde die ganze Welt so leben wie Luxemburg, wären 7,7 Erden nötig, um den Ressourcenbedarf zu decken. Der europäische Schnitt liegt immerhin bei einem Bedarf von „nur“ 3,14 Erden.

Earth Overshoot Day

Das Datum des „Earth Overshoot Day“ wird am Weltumwelttag, dem 5. Juni, bekannt gegeben, wie von der „Global Footprint Network“-Webseite hervorgeht.

Trotz der in den letzten Jahren an der Methodik geäußerten Kritik ist die Bedeutung des Overshoot Day nicht zu unterschätzen, schreibt der „Nohaltegkeetsrot“ (CSDD) in einer Pressemitteilung am Montag. Er lege einen Finger in die Wunde, indem er den übermäßigen Konsum aufzeige und dazu dränge, Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle zu überdenken.

Allerdings hätten sich die Konsumgewohnheiten in Luxemburg bisher nicht sichtbar geändert. Deswegen appelliert der CSDD: „Was wir brauchen, ist eine mutige und integrative Debatte, sowohl in der Politik als auch in der Zivilgesellschaft.“ Der Overshoot Day solle kein schlechtes Gewissen hervorrufen oder individuelles Verhalten stigmatisieren, sondern daran erinnern, dass Entscheidungen Grenzen haben und es auch eine kollektive Verantwortung gebe.

Luxemburgs hoher Ressourcenverbrauch zeigt nachhaltige Herausforderungen und Umweltbelastung im Vergleich zu anderen Ländern

Luxemburg ist weiterhin Spitzenreiter im Ressourcenverbrauch Grafik: Global Footprint Network

Es gebe viele Antworten und Lösungen auf das Problem. Diese dürften allerdings nicht isoliert betrachtet werden, sondern in Verbindung mit Themen wie Wohlbefinden, Resilienz, sozialer Inklusion und wirtschaftlichen Chancen.

Maßnahmen oder Katastrophe

Die Plattform Votum Klima, die sich aus 15 luxemburgischen NGOs zusammensetzt, ist deutlich alarmierender und kritisiert das ökologische Defizit Luxemburgs. „Da die Überschreitung nicht unbegrenzt andauern kann, stellt sich die Frage, ob sie durch eine bewusste Maßnahme oder durch eine Katastrophe beendet wird“, so die Plattform am Montag in einer Pressemitteilung.

Sie fordert zudem einen politischen Kurswechsel: Luxemburg müsse „aus einem Modell aussteigen, das die planetarischen Grenzen und die Menschenrechte verletzt“. Dieses Zeugnis sei „das Ergebnis bewusster politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen“.

Der CSDD hat gemeinsam mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) 2023 eine Studie veröffentlicht, in der die Sektoren mit den größten Auswirkungen festgehalten wurden: Dazu gehören der Tanktourismus, Lebensmittel, Industriegüter, der Haushaltskonsum, das Bauwesen, die Dienstleistungsindustrie und die Luftfracht. Aus der Studie geht hervor, dass fast ein Viertel (23,7 Prozent) von Luxemburgs ökologischem Fußabdruck auf den Tanktourismus zurückzuführen ist. Dieser allein käme dem Ressourcenverbrauch von 1,63 Planeten gleich.

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5 Kommentare
Nando 18.02.202612:34 Uhr

Habe 1972 den Bericht, die "Grenzen des Wachstum", des Club of Rome gelesen. War damals 21 und seitdem den ungezügelten Wachstumswahnsinn miterleben dürfen. Wenn das Individuum seitdem die Zeichen nicht sehen wollte und will, wird sich nichts ändern. Und dabei es ist so einfach, gewisse Verhaltungsweisen zu überdenken und anzupassen.

Manfred Reinertz Barriera 17.02.202622:35 Uhr

Man soll doch endlich mit diesem Unsinn aufhören, eine normale Wirtschaft braucht Energie, um das BIP zu erwirtschaften zu Wohler aller seiner Einwohner, also Schluss mit dem Wokismus der ewigen Nörgler...die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter....

Jean-Marie GROBER 17.02.202612:00 Uhr

Alle Jahre wieder... Immer dieselbe Litanei! Man möge mir endlich erklären, wie ein fast 700.000-Einwohnerstaat mehr Ressourcen verbrauchen soll wie zB. China oder Indien mit jeweils mehr als einer Milliarde Einwohner. Dieser jährlich wiederkehrende Nonsens geht mir sowas am A... vorbei. Und wie immer, kein Wort zur Überbevölkerung der Erde, die für mich das grösste Problem darstellt. Diese Endzeitberechnung, "Earth Overshoot Day" genannt, ist nur ein Vorwand, um unseren Klima-Aktivisten wieder Stoff für Empörung und Schuldzuweisungen zu liefern. Bitte, erspart uns doch diesen "Brach"!

HeWhoCannotBeNamed antwortete am 18.02.202601:16 Uhr

Erklärung : Proportionalität. Luxemburg verbraucht nicht mehr Ressourcen als China oder Indien, sondern die Bevölkerung Luxemburgs verbraucht PRO KOPF am zweitmeisten Ressourcen. (cf. 3.Satz im Artikel)
Und dass dieser Wert auch mit den politischen und geografischen Gegebenheiten des Landes zu tun hat, wird im Artikel auch bereits erklärt : der Tanktourismus (Betonung auf "Tourismus") bewirkt, dass ein nicht unbeträchtlicher Anteil des verkauften Benzins von Menschen gekauft wird, die nicht im Großherzogtum wohnen - diese Menge wird aber Luxemburg angerechnet.
Ich sehe hier keine Schuldzuweisungen - lediglich ein kleiner Denkanstoß, um den eigenen Konsum an Ressourcen mal zu überdenken...

Jek Hyde 17.02.202610:58 Uhr

Alle Jahre wieder ... gar nicht mehr aufregend und faszinierend

Manfred Reinertz Barriera 17.02.202610:41 Uhr

Fragen wir mal nach, was Trump zu dieser Angelegenheit sagen kommentieren würde?

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