Klimapolitik
Luxemburg erfüllt CO2-Ziele – „Mouvement écologique“ kritisiert fehlende Trendwende
Insgesamt sinken die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr. Die Unterschiede in den einzelnen Sektoren sind jedoch groß – und sorgen für Kritik an der aktuellen Klimaschutzpolitik.
Anders als beim Transport sind die Treibhausgasemissionen im Bausektor angestiegen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ende vergangener Woche hat das Umweltministerium seine vorläufige Emissionsbilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach wurden in Luxemburg insgesamt 6,43 Millionen Tonnen CO₂ ausgestoßen. Im Vergleich zu 2024 sind die Treibhausgasemissionen im vergangenen Jahr damit um fast 230.000 Tonnen oder 3,5 Prozent zurückgegangen. Die vorläufigen Gesamtemissionen des Jahres 2025 liegen damit um 2 Prozent (oder 133.000 Tonnen CO₂-Äquivalent) unter dem vorgesehenen Emissionsbudget. Im Vergleich zu 2020, einem Jahr, das laut Ministerium durch den Lockdown im Kontext der Covid-19-Pandemie geprägt war, liegen sie sogar mehr als 17 Prozent unter dem damaligen Niveau von 2020.
Luxemburg hat seine Klimaziele im Bereich der Treibhausgasemissionen also erreicht – im sechsten Jahr in Folge. Bis 2030 soll sich der CO₂‑Ausstoß um 55 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2005 verringern, das sieht der nationale Energie- und Klimaplan (PNEC) vor.
Verkehr rettet die Klimabilanz
Jedoch sehen längst nicht alle in der Erfüllung der CO₂-Ziele eine ausschließlich positive Nachricht. Die Behauptung, Luxemburg sei bei seinen Klima- und Energiezielen „on track“, halte einer genaueren Prüfung nicht stand, kritisiert das „Mouvement écologique“. Zwar würden die generellen Emissionsziele bislang knapp eingehalten, doch beruhe dieser Erfolg weniger auf einer strukturellen Wende als auf konjunkturellen und preislichen Effekten: auf einem zwischenzeitlich gebremsten Tanktourismus, der inzwischen wieder zunimmt, und auf einer schwachen Konjunktur in Industrie und Bau, die die Emissionen vorübergehend drückt.
Luxemburg könne seine Klimaziele nur dank des Transportsektors erreichen, so die Umweltorganisation. Denn dort liege die Reduktion der CO₂-Emissionen über dem gesteckten Ziel, was die fehlenden Reduktionen in anderen Sektoren kompensiere.
Tatsächlich verursacht der Verkehrssektor die meisten Treibhausgasemissionen in Luxemburg. Im Jahr 2025 entfielen auf den Verkehr rund 3,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, das sind mehr als 57 Prozent der gesamten Emissionen. Der Transportsektor ist jedoch auch der Bereich, der seine Treibhausgasemissionen seit 2005 beinahe halbiert hat (48 Prozent weniger).
Zwei Sektoren verzeichneten 2025 sogar höhere Emissionen als im Referenzjahr 2005: die Energie- und verarbeitende Industrie sowie das Baugewerbe, deren CO₂‑Ausstoß um sieben Prozent zunahm, sowie die Land- und Forstwirtschaft mit einem Anstieg von fünf Prozent. Im Sektor „bâtiments résidentiels et tertiaires“ gehe der Trend „eindeutig in die falsche Richtung“, so das „Mouvement écologique“, der Zielwert für 2025 werde dort um mehr als 25 Prozent überschritten.
Laut der Umweltorganisation werde der eigentliche Übergang zu einer fossilfreien Gesellschaft und Wirtschaft bislang nur unzureichend umgesetzt. Gerade beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge und beim Heizen seien die Vorgaben für 2030 immer unerreichbarer, so das „Mouvéco“. Dabei zeige der aktuelle Hitzesommer eindrucksvoll, wie sehr die Zeit dränge.