Nationalfeiertag

Luxembourg S.A.: Friedens schöne neue Welt

Vom Finanzplatz mit Weltgeltung zu den Institutionen der Europäischen Union, den Niederlassungen globaler Konzerne und den Boutiquen internationaler Edelketten: Luxemburg als Mikrokosmos und als Verwirklichung eines neoliberalen Traumes.

Das wirtschaftliche Wachstum reicht auch in Luxemburg nicht bis zum Himmel, wie die jüngsten Statec-Zahlen zeigen

Das wirtschaftliche Wachstum reicht auch in Luxemburg nicht bis zum Himmel, wie die jüngsten Statec-Zahlen zeigen Foto: Editpress/Julien Garroy

Etwa sechs Wochen im Amt, musste Luc Frieden sein erstes RTL-Neujahrsinterview als Premierminister geben. Auf die Frage, ob man ein Land führen könne, wie ein CEO ein Unternehmen leite, gab er die wenig überraschende Antwort: „Absolut.“ Das markt- und wirtschaftsliberale Credo von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit scheint er genauso verinnerlicht zu haben, wie nach den Vordenkern dieses an Kompetitivität orientierten Weltanschauung der Spirit des Landes sein sollte. Unternehmergeist gilt in diesem Sinne als Lebensgefühl – und Lebensqualität weniger als ökologisch-sozialer Fortschritt denn als Synonym für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Frieden bemüht gerne und häufig Vergleiche aus der Privatwirtschaft. Aus einem Regierungsprogramm wird schnell ein Businessplan. Administrative Vereinfachung und Verschlankung des Staats passen ins Bild.

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