Eine Abgabe auf leer stehenden Wohnraum – wie sie am Freitag in Esch beschlossen wurde – ist aus Sicht der Stadt Luxemburg kein Allheilmittel. Zu Recht. Das ist allerdings kein Grund, die Krise auf dem Wohnungsmarkt nicht anzugehen.
In den Gemeinderäten von Sanem und Differdingen wurde über den Umgang mit leerstehenden Wohnungen und die mögliche Einführung einer Leerstandssteuer diskutiert. Dabei dient insbesondere das Projekt der Stadt Esch als Vorbild.
14 Jahre nach ihrer Einführung will die Stadt Esch Anfang nächsten Jahres endlich ihre Taxe auf leerstehende Wohnungen und ungenutztes Bauland erheben. Dazu wird das Reglement von 2012 abgeändert, statt nach laufendem Meter Fassade soll die Taxe künftig nach der Wohnfläche berechnet werden. Am 23. Oktober soll der Gemeinderat die Verordnung annehmen.
Gemeinderätin Anne Kaiffer (DP) musste ihre Metzgerei im Bahnhofsviertel schließen und hat in dem Zusammenhang vergangene Woche in den Medien die Politik kritisiert. Nun reagieren erstmals Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) und Handelschöffe Maurice Bauer (CSV).
Nur wer beweisen kann, dass sein Geschäftslokal nicht leersteht, ist von der Leerstandstaxe befreit. Wer „vergessen“ hat, die Gemeinde zu informieren, wird zur Zahlung aufgefordert. Doch Esch zeigt sich kulant.