Einwanderungsbetrug

Innenministerium vergibt Audit an Beratungsfirma Résultance

Zwei Wochen nach der Ankündigung steht fest, wer die Einwanderungsbehörde durchleuchten soll. Die Vergabe wirft Fragen auf.

Was ist hier passiert? Das sollen nun Berater klären.

Was ist hier passiert? Das sollen nun Berater klären. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Das Innenministerium hat den angekündigten Audit des „Département étrangers“ der Generaldirektion für Einwanderung (DGI) an das Beratungskabinett Résultance vergeben. Das teilte das Ministerium am Dienstag mit. Der Audit habe „administrativen Charakter“, sei von der laufenden „instruction judiciaire“ unabhängig und befasse sich unter anderem mit der Governance und dem internen Kontrollsystem der Abteilung.

Résultance ist eine 2002 gegründete Luxemburger Organisationsberatung mit Sitz in Strassen, heute eine Gruppe mit über 200 Mitarbeitern und 18 Millionen Euro Umsatz (2023). Ihre Kernkompetenz ist die Optimierung von Prozessen und operativer Performance, vor allem in Industrie, Handel und Finanzsektor. Ein dokumentierter Leistungsnachweis bei Audits staatlicher Verwaltungen findet sich in den öffentlichen Referenzen nicht. Eine zugelassene Prüfgesellschaft ist Résultance ebenso wenig wie ein Spezialist für forensische Untersuchungen, wie sie bei mutmaßlich kriminellem Verhalten von Mitarbeitern üblich sind. Bemerkenswert auch das Geschäftsmodell, mit dem das Kabinett wirbt: das „engagement sur résultat“, bei dem bis zu 50 Prozent der Honorare ans Projektergebnis gebunden sind. Wie dieser Audit vergütet wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Offen bleibt auch das Vergabeverfahren. Noch am 14. Juli hatte Innenminister Léon Gloden (CSV) in der Innenkommission erklärt, man prüfe, „ob wir ausschreiben müssen oder nicht“. Eine Woche später steht der Auftragnehmer fest – ein Zeitfenster, in das eine reguläre Ausschreibung kaum passt. Zu Verfahren, Preis und Auswahlkriterien äußert sich das Ministerium nicht. Eine Tageblatt-Anfrage läuft.

2 Kommentare
Guy Mathey 21.07.202620:14 Uhr

Generell störend, dass Staat und öffentliche Betriebe immer öfter solche Consulting Firmen in Anspruch nehmen, obwohl diese Vorgehensweise in der Praxis kaum einen realen Mehrwert bietet, jedoch erhebliche Kosten verursacht. Für Resultance muss ich allerdings eine Lanze brechen, die Mitarbeiter*innen diese Firma habe ich persönlich zumindest als sehr nett, manierlich und bemüht erfahren, eine löbliche Ausnahme in diesem Geschäft.

Sack 21.07.202620:14 Uhr

Wenn die zuständigen Minister nicht in der Lage sind
ihren Saftladen zu kontrollieren,schnellstens Verantwortung abgeben
und den Hut nehmen. Aber leider kleben sie mit ihrem teueren
Hintern an den Stühlen. Erbärmlich und arrogant.

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