Großherzog

In seiner ersten Rede zum Nationalfeiertag rückt Guillaume die Jugend ins Zentrum

Großherzog Guillaume hat bei der Zeremonie zum Nationalfeiertag in der Philharmonie seine erste Rede als Staatsoberhaupt gehalten. Im Mittelpunkt standen die junge Generation, die Symbolkraft gemeinsamer Aktionen und die Herausforderungen, vor denen die Welt steht.

Großherzog hält Rede in der Philharmonie vor Publikum bei feierlicher Veranstaltung

Der Großherzog hat in der Philharmonie seine Rede gehalten Fotomontage: Editpress, Bilder: Archiv

Der Nationalfeiertag sei ein Tag der Weitergabe, sagte Guillaume, besonders an die Jugend. Eine Nation lebe durch ihr Volk und durch das, was von Generation zu Generation übertragen werde: Vertrauen, eine gemeinsame Zukunft, Werte. Er stehe zum ersten Mal als Großherzog am Nationalfeiertag vor dem Land. Die Gesichter hätten sich verändert, nicht aber das, wofür sie stünden. Für die Einheit, die Unabhängigkeit und die Verfassung. Der Thronwechsel habe Weitergabe und Kontinuität gefeiert.

Kontinuität bedeute Jugend, so der Großherzog. Sie sei ein wesentlicher Teil der Weitergabe. Künstliche Intelligenz und digitale Technologien veränderten nicht nur, wie man arbeite, sondern auch, wie man denke und kommuniziere. Der demokratische Debattenraum werde zunehmend beeinflusst. Es brauche Menschen, die kritisch dächten und hinterfragten, was sie auf dem Bildschirm ihres Smartphones sähen. Wie sich Werte in Zeiten schneller Kommunikation und fehlender Wahrheit bewahren ließen, sei keine einfache Frage. Die Demokratie lebe vom Miteinander. Die Jugend müsse den Weg suchen, der ihrer Zeit gerecht werde.

Den Fackelzug deutete Guillaume als Bild. Gemeinsam erhellten viele eine ganze Stadt. Demokratie lebe durch Vertrauen und Solidarität, nicht durch Institutionen allein. Sie sei der Mut, auf andere zuzugehen, zu debattieren und Kompromisse zuzulassen.

Auch die Militärparade ordnete der Großherzog ein. Freiheit sei keine Selbstverständlichkeit. Sie bestehe, weil Generationen vor der heutigen die Verantwortung übernommen hätten, sie zu verteidigen. Jede Generation solle den Anspruch haben, es besser zu machen als die vorige, ohne das Fundament zu vergessen. Ohne Sicherheit gebe es keine Freiheit, ohne Freiheit keine Demokratie.

Frieden dürfe nicht länger als selbstverständlich gelten, mahnte Guillaume. Die Freiheit Luxemburgs beginne heute in der Ukraine.

Die Zeremonie sei ein Symbol des Landes, das feiere, was es verbinde. Man sei mit seinen Unterschieden zusammen. Das sei der Kern der Demokratie. Man müsse den Kindern sagen, dass man an sie glaube, ihnen zuhöre und ihnen die Verantwortung für ihre Zukunft anvertraue. Eine Demokratie werde nicht von einer Generation allein getragen. Kontinuität entstehe durch Vertrauen zwischen den Generationen. (hat)

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