Regierungsrat
Impfung für 30- bis 54-Jährige ab nächster Woche – Genaue Definition für Terrassen, weitere Lockerungen für Sport und Kultur
Premierminister Xavier Bettel (DP) und der stellvertretende Gesundheitsminister Romain Schneider (LSAP) haben am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz die vom Regierungsrat beschlossenen Maßnahmen vorgestellt. Lockerungen kommen im Sport- und Kulturbereich und die Terrassen erhalten eine genaue Definition.
Symbolbild : Editpress/Julien Garroy
Luxemburgs Regierung ändert ihre Impfstrategie: Bereits nächste Woche soll für Menschen im Alter zwischen 30 und 54 Jahren die Möglichkeit bestehen, sich auf eine Liste einzuschreiben, um sich möglichst schnell mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen zu lassen. Vorbedingungen wie Vulnerabilitäten oder die Angehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe gelten nicht. Die Impfwilligen sollen im Impfzentrum noch einmal von einem Arzt beraten werden. „Wir werden keinen funktionierenden Impfstoff im Kühlschrank zurückbehalten“, erklärte Premierminister Xavier Bettel (DP) auf der Pressekonferenz nach dem Regierungsrat am Freitag an.
Die Abkehr von der bisherigen Impfstrategie erklärte Bettel unter anderem mit der Häufung der schweren Covid-19-Verläufe bei Personen unter 55 Jahren. In der Diskussion um den AstraZeneca-Impfstoff habe die Regierung die Entscheidung getroffen, dass dieser auch weiter zur zweiten Impfung benutzt werden kann, wenn auch die erste Dosis aus dem AstraZeneca-Präparat bestand.
Bettel lieferte am Freitag auch weitere Details zu den Impfstofflieferungen, die in Luxemburg erwartet werden. Bis Ende April werden 23.600 Dosen AstraZeneca erwartet, bis Ende Juni soll eine Lieferung von 307.710 Impfdosen von Pfizer/Biontech geliefert werden. Insgesamt könnten mit den angekündigten und bereits gelieferten Dosen bis Ende Juni 177.454 weitere Menschen geimpft werden.
Lockerungen bei Musik und Sport
Aufatmen darf auch der Kulturbereich: Musik- und Gesangsvereine dürfen zukünftig wieder mit bis zu zehn Mitgliedern gleichzeitig proben. Das Gleiche gilt für Luxemburgs Tanzschulen. Auch im Sport werden weitere Lockerungen vorgenommen: Die Einschränkung auf maximal zehn Teilnehmer pro Sportgruppe soll zukünftig nicht mehr gelten. „Wir haben seit Wochen eine gewisse Stabilität bei den Neuinfektionen und bei der Auslastung der Krankenhäuser“, sagt Premierminister Xavier Bettel diesbezüglich am Freitag. Insgesamt sei die Lage aber zu instabil, um genaue langfristige Prognosen zu treffen.
Die neuen Regelungen sollen mit den bisher geltenden Maßnahmen bis zum 15. Mai beschlossen werden. „Am 15. Mai wollen wir genaue Perspektiven aufzeigen können“, sagt Bettel und stellt Lockerungen hinsichtlich der Ausgangssperre und der Kontaktbeschränkungen im Privaten in Aussicht – jedoch nur, wenn die epidemiologische Lage es zulasse.
Die Unsicherheit, was als Terrasse angesehen werden darf, wird mit dem neuen Gesetz ebenfalls ein Ende finden, sagt der stellvertretende Gesundheitsminister Romain Schneider und verspricht eine klare Definition im neuen Covid-Gesetz.