Wohnungsnot

Im Teufelskreis: Wie die Gemeinden mehr schlecht als recht versuchen, ihre Unterbringungspflicht zu erfüllen

Seit über zehn Jahren gehen Gemeinden gegen die Betreiber von „Cafészëmmeren“ vor, weil diese sich häufig nicht an die gesetzlichen Gesundheits- und Hygienestandards halten, teils horrende Mieten verlangen und ihre möblierten Zimmer oft nicht einmal anmelden. Wegen der grassierenden Wohnungsnot und eines eklatanten Mangels an sozialen Mietwohnungen sind die der Unterbringungspflicht unterliegenden Gemeinden aber gleichzeitig in hohem Maße auf die „Cafészëmmeren“ angewiesen, etwa um Menschen zu logieren, die aus unterschiedlichen Gründen aus ihrer Wohnung ausgewiesen werden. Wegen der Corona-Krise könnte sich die Situation noch verschlimmern. Ombudsfrau Claudia Monti spricht von einem Teufelskreis, Syvicol-Präsident Emile Eicher von einer Katastrophe.

Das Haus, in dem François Risch gewohnt hat, sieht aus, als ob es seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert wurde

Das Haus, in dem François Risch gewohnt hat, sieht aus, als ob es seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert wurde Fotos: Editpress/Alain Rischard

François Risch hat sein Haus verloren. 22 Jahre lang wohnte er in der rue de Soleuvre in Beles, die meiste Zeit davon mit seiner vor drei Jahren verstorbenen Partnerin. 385 Euro Miete hat er anfangs bezahlt. 2005 war die Sanitärinspektion zum ersten Mal gekommen, weil sich im Haus Schimmel gebildet hatte. Der damalige Bürgermeister Georges Engel (LSAP) hatte den Eigentümer dazu aufgefordert, den Schimmel zu beseitigen und die Miete um über 100 Euro zu senken. Doch in den letzten 15 Jahren hat sich der Zustand des Hauses weiter verschlechtert. Anfang Juli dieses Jahres hat die neue „Députée-maire“ der Gemeinde Sanem, Simone Asselborn-Bintz (LSAP), es auf Anraten der Sanitärinspektion geschlossen. Am 6. August musste François Risch ausziehen.

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