Wochenrückblick
Größtenteils harmlos? Luxemburg stellt geringfügig mehr Corona-Fälle fest
Die Zahl der festgestellten Corona-Infektionen schwankt derzeit auf und ab. Jetzt meldet das Gesundheitsministerium wieder eine Zunahme der Fälle, doch der Blick in die Krankenhäuser deutet darauf hin, dass das Virus seinen Schrecken größtenteils verloren hat.
Symbolfoto: Computerdarstellung eines Coronavirus Foto: Pixabay
Sollte nicht doch noch eine neue und wieder deutlich aggressivere Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 auftreten, und danach sieht es nicht aus, dann darf man wohl feststellen, dass auch in Luxemburg langsam, aber sicher, die Pandemie in diesen Tagen und Wochen tatsächlich endet: Am Freitag hat der Regierungsrat beschlossen, die letzten Maskenpflichten und Regeln zur Isolierung abzuschaffen – und auch der neueste Wochenbericht zeigt ein weiterhin unspektakuläres Bild, jedenfalls, was die Situation in den Krankenhäusern angeht.
Denn verschwunden ist das Virus weiterhin nicht, wie die Zahlen der jüngst betrachteten Woche zeigen (Kalenderwoche 9, vom 27. Februar bis zum 5. März):
Da wurden in Luxemburg 1.606 Corona-Infektionen festgestellt. 840 davon waren Reinfektionen. In der Vorwoche waren es noch 1.409 Corona-Infektionen – was sogar einer Zunahme um rund 14 Prozent entspricht.
Setzt man die Fallzahlen in Bezug zu den gemachten Tests, dann waren 29 Prozent aller in der betrachteten Woche gemachten Tests positiv, in der Vorwoche aber nur 24,9 Prozent. Hier gab es also sogar eine Zunahme um 16 Prozent. (Anders als das Gesundheitsministerium klammern wir bei der Berechnung der Test-Positivrate die „Reinfektionen“ nicht aus, daher unterscheiden sich die Werte hier von den Angaben aus dem offiziellen Report.)
Ein Toter – im Alter von 94 Jahren
Doch während das alleine zur Hochphase der Pandemie extrem problematische Zahlen gewesen wären, muss natürlich der Blick auf die Statistiken der Krankenhäuser folgen, wo ermessen werden kann: Was richtet das Virus konkret an?
Die beste Nachricht ist sicher: Niemand hatte derart Probleme mit Covid-19, dass er auf die Intensivstation musste – wo in der zuvor betrachteten Woche immerhin durchschnittlich eine Person pro Tag lag. Ob das ein und dieselbe Person war, geht aus den wie immer eher suboptimal aufbereiteten Daten nicht hervor, man darf aber wohl davon ausgehen. Unklar ist auch, was aus dieser Person wurde: Möglicherweise konnte sie auf eine Normalstation verlegt werden – vielleicht ist die Person aber auch gestorben. Denn gestorben wird in Zusammenhang mit Corona weiterhin: In der betrachteten Kalenderwoche gab es einen entsprechenden Todesfall bei einer Person, die 94 Jahre alt war. In der Vorwoche sind sogar fünf Menschen gestorben. Ob „an“ oder „mit“ Corona – das kann weiterhin nicht mit hinreichender Trennschärfe gesagt werden.
Auf den Normalstationen befanden sich an jedem Tag der betrachten Woche durchschnittlich 16 Covid-19-Kranke, während es in der Vorwoche zehn Menschen waren.
Laut dem jüngsten „Coronastep“-Bericht, der das Kontaminationsniveau anhand der Abwässer an 13 Kläranlagen untersucht, ist das Virus weiterhin leicht nachweisbar. „Auf nationaler Ebene war das in Woche 8 beobachtete Niveau den in den letzten beiden Monaten beobachteten Werten sehr ähnlich, doch in Woche 9 wurde ein deutlicher Anstieg nachgewiesen“, schreibt das Gesundheitsministerium. Auch auf lokaler Ebene sei dieser Anstieg fast überall zu beobachten gewesen.