Vor der Tripartite
Gewerkschaftsunion überrascht Arbeitsminister mit Protestaktion
Am Dienstagmorgen haben sich etwa hundert Mitglieder von OGBL und LCGB vor dem Arbeitsministerium versammelt, um für eine Erhöhung des Mindestlohns zu protestieren. Es ist der Auftakt einer Reihe von Aktionen, die OGBL-Präsidentin Nora Back am 1. Mai angekündigt hatte.
Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) unterhält sich mit Demonstranten von OGBL und LCGB Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Marc Spautz (CSV) tritt um kurz nach acht Uhr am Dienstagmorgen vor die Tür des Arbeitsministeriums am „Rousegäertchen“. Er habe nicht gewusst, dass es heute schon losgehe mit den am 1. Mai angekündigten Protestaktionen der Gewerkschaftsunion, wird er später im Interview gegenüber RTL sagen. „Sonst wäre ich eher runter gekommen, um mich mit ihnen zu unterhalten“.
Schon um halb acht hatten sich etwa hundert Protestierende von OGBL und LCGB vor der Tür des Ministeriums im Bahnhofsviertel eingefunden. Mit Trillerpfeifen und einem mehrere Meter langen Banner machten sie auf eine ihrer Hauptforderungen aufmerksam: 300 Euro mehr beim sozialen Mindestlohn. Die Protestaktion wurde von den Gewerkschaften spontan binnen eines Tages organisiert. Sie ist der Auftakt einer Reihe von Aktionen, die OGBL-Präsidentin Nora Back in ihrer Rede zum 1. Mai angekündigt hatte.
An diesem Mittwoch hat die Regierung die Sozialpartner zu Vorbereitungsgesprächen im Rahmen der Tripartite eingeladen. Deren erste Sitzungsrunde ist für den 12. Mai terminiert. „Luxemburger Gewerkschaften gehen normalerweise den Weg der Verhandlungen, das ist zu diesem Moment nicht möglich“, sagt LCGB-Präsident Patrick Dury während des Protests am Dienstagmorgen gegenüber der Presse. „Wir gehen trotzdem zur Tripartite, das ist ganz klar.“