Caritas-Skandal
Generaldirektor Marc Crochet zurückgetreten – Zwei Direktionsmitglieder entlassen
Rund sechs Monate nachdem der Caritas-Skandal an die Öffentlichkeit gelangt ist, ist Generaldirektor Marc Crochet zurückgetreten. Zwei weitere Mitglieder der Direktion wurden bereits im Dezember entlassen.
Marc Crochet, ehemaliger Generaldirektor der Caritas, bei einem Gespräch Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Marc Crochet, der Generaldirektor der Caritas, ist am 20. Januar von seinem Posten zurückgetreten. Das berichtet am Montag die Online-Plattform Reporter.lu. Crochet war seit Ende Juli krankgeschrieben – kurz nachdem der Caritas-Skandal an die Öffentlichkeit gelangt war. Sein Rücktritt soll einer Entlassung wegen schweren Fehlverhaltens zuvorkommen, schreibt Reporter.
Zwei weitere Mitglieder der Direktion seien außerdem im Dezember entlassen worden, meldet Reporter. Es handele sich um den Betriebsdirektor sowie die Personalleiterin, berichtet eine der Stiftung nahestehende Quelle. Der Betriebsleiter fechte jedoch seine Entlassung an, wie sein Anwalt dem Online-Medium berichtet. Die Personalleiterin reagiere hingegen nicht auf Anfragen.
„Das Schicksal der Finanzdirektorin der Caritas, die von der luxemburgischen Justiz unter Hausarrest gestellt und krankgeschrieben wurde, ist noch nicht entschieden“, schreibt Reporter. Ihr Anwalt wolle sich nicht zu einem möglicherweise laufenden Entlassungsverfahren äußern.
61 Millionen verschwunden
Von den Konten der Luxemburger Caritas waren im Frühjahr 2024 über mehrere Hundert Überweisungen insgesamt 61 Millionen Euro verschwunden. Im Zentrum des Skandals: die Finanzdirektorin der Organisation. Sie war möglicherweise auf einen Finanzschwindel einer bulgarischen Betrügerbande hereingefallen, die mit einer der Finanzdirektorin nahestehenden Hellseherin zusammengearbeitet haben soll. Warnhinweise auf einen möglichen Betrug gab es zuvor einige.
Die Caritas in ihrer damaligen Form wurde wegen des Skandals abgewickelt. Ihre Nachfolge trat die Organisation HUT an. Mit der Aufarbeitung des Skandals beschäftigt sich auch eine Kommission im Luxemburger Parlament.