Geheimdienst

Zwei Staatsaffären und ein bitterer Beigeschmack

Der Skandal um den Service de renseignement de l’Etat (SREL) in der Folge der Bommeleeër-Affäre löste 2012/13 ein politisches Beben aus und führte zum Ende der Ära Juncker. Kürzlich wurde der Berufungsprozess gegen zwei frühere Geheimdienstler abgeschlossen.

André Kemmer, ehemaliger Geheimdienstler, im Büro bei der Erinnerung an die SREL-Affäre

Der frühere Geheimdienstler André Kemmer, hier in seinem Büro, erinnert sich an die SREL-Affäre Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

„Schuldig“ lautete das Urteil im Prozess gegen den früheren Geheimdienstchef Marco Mille und den ehemaligen SREL-Mitarbeiter André Kemmer vor zwei Wochen. Eine Strafe sprach das Berufungsgericht Luxemburg jedoch nicht aus. Schließlich lagen die Taten zu lange zurück. Der „délai raisonnable“ sei deutlich überschritten. Die Angeklagten waren beschuldigt worden, vor 19 Jahren CDs, die in Zusammenhang mit der Bommeleeër-Affäre standen, entwendet zu haben. Zusammen mit dem dritten SREL-Mitarbeiter Frank Schneider hatten sie zudem am 31. Januar 2007 ein Gespräch Milles mit dem damaligen Premierminister Jean-Claude Juncker mittels einer präparierten Armbanduhr illegal aufgezeichnet. Das Gericht sprach die drei Angeklagten im Juni 2020 in erster Instanz frei. Die Staatsanwaltschaft ging in Berufung.

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