RTL-Lunghi-Affäre

Marc Thoma und Sophie Schram in zweiter Instanz freigesprochen

Nach jahrelangem Rechtsstreit sind Journalist Marc Thoma und Sophie Schram in zweiter Instanz freigesprochen worden. Das Gericht hob die Diffamierungsstrafe auf – doch der Kampf geht weiter.

RTL-Interview mit kontroverser Diskussion, das jahrelange öffentliche Debatten auslöste

Ein umstrittenes RTL-Interview resultierte in einer jahrelangen juristischen Auseinandersetzung Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Zehn Jahre nach dem umstrittenen Interview mit dem damaligen Mudam-Direktor Enrico Lunghi und einem langen Rechtsstreit ist es am Mittwoch zu einem Urteil in zweiter Instanz gekommen. Das Gericht hat Journalist Marc Thoma und Freelance Sophie Schram von RTL in allen Anklagepunkten freigesprochen, wie das Wort berichtet.

Im Dezember 2023 wurden die beiden noch in erster Instanz wegen Diffamierung zu einer Geldstrafe von je 1.000 Euro sowie einem symbolischen Euro Schadenersatz verurteilt. Diese Strafe wurde demnach in zweiter Instanz aufgehoben.

Ausgangspunkt der Affäre war ein Streit um einen RTL-Beitrag aus dem Jahr 2016. Daraus entwickelten sich in den folgenden Jahren mehrere juristische Auseinandersetzungen rund um Enrico Lunghi, der mit seiner Klage Klarheit erreichen und seine Ehre verteidigen wollte.

Der Kampf vor Gericht endet jedoch nicht mit dem jüngsten Urteil. Ein weiteres Verfahren wird weiter ausgefochten – jedoch in vertauschten Rollen: Thoma und Schram als Kläger, Lunghi und seine Frau Catherine Gaeng als Angeklagte.

Das Ehepaar soll in dem 2021 erschienenen Buch „Donc, nous avons menti au public“ Inhalte aus nicht-öffentlichen Untersuchungsunterlagen verwendet und damit das Untersuchungsgeheimnis verletzt haben. Bei dem Prozess geht es nicht allgemein um eine publizistische Aufarbeitung der Affäre, sondern konkret um die Frage, ob mit diesem Buch vertrauliche Inhalte aus einer nicht-öffentlichen Untersuchung veröffentlicht wurden. Lunghi wurde im März 2026 in erster Instanz zu einer Geldstrafe und Gaeng zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe verurteilt.

Wie angekündigt, haben die beiden Angeklagten Berufung eingelegt, schreibt das Wort.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Sprachlernplattform

3,8 Millionen Euro für LLO – doch die App streikt

Auftakt der Tripartite

Sozialpartner führen „konstruktive“ Gespräche zu kontroversen Themen