Vor der Haustür angekommen
Spannungen rund um den Iran-Krieg machen auch vor Luxemburg nicht halt
Exil-Iraner sind nach wie vor Gefahren ausgesetzt, die zumeist von dem Regime in Teheran und seinen Verbündeten ausgehen. Ein jüngstes Beispiel aus Luxemburg zeigt dies. Viele erhoffen von den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran einen Regimewechsel, doch die iranische Opposition ist sich alles andere als einig.
Zwischenfall am Rande des Frauentags am vergangenen 8. März: Polizisten müssen iranische Schah-Anhänger und propalästinensische Aktivisten voneinander trennen Foto: Editpress/Armand Back
Während sich die Menschen im Iran aufgrund von Repression, Zensur und nach wie vor eingeschränktem Internetzugang nicht frei äußern können, will sich Anooshe* mit ihrer Meinung nicht zurückhalten. Zwar mache sie sich nach wie vor Sorgen um ihre Familie, sagt die junge Frau gegenüber dem Tageblatt und fügt hinzu: „Ich will mich aber nicht verstecken.“ Ihr Vater und ihre Geschwister leben noch im Iran und sind ständig der Repression des Mullah-Regimes ausgesetzt. Die Angst der jüdischen Familie ist seit dem Beginn des Krieges von Israel und den USA gegen den Iran noch größer geworden. „Sie erhalten ständig Drohungen“, sagt sie. „Mir haben sie mit dem Tod gedroht.“
Anooshe lebt seit sieben Jahren in Luxemburg und ist als Künstlerin tätig. Mittlerweile besitzt sie die luxemburgische Staatsbürgerschaft. „Mit meiner Kunst, meinen Bildern stelle ich eine Verbindung zur Welt her“, sagt sie. Umso mehr sei es ihr wichtig gewesen, beim „Festival des migrations, des cultures et de la citoyenneté“ mit einem Stand vertreten zu sein. So wie bereits im vergangenen Jahr. Sie genieße den Kontakt zu den vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern bei dem Festival in der Luxexpo. Doch beim diesjährigen Festival kam es zu einem Zwischenfall. „Zu diesem Zeitpunkt befanden sich Gäste an meinem Stand, darunter auch eine schwangere Frau“, erinnert sie sich, „als jemand plötzlich heftig gegen die Trennwände schlug. Einige meiner mit Glas überzogenen Gemälde fielen zu Boden.“