Justiz
Gefallener Engel gefährdet den Neustart: Staatsanwaltschaft klagt CSV-Granden um Claude Wiseler an
Der Neustart der CSV könnte mit einer Fehlzündung beginnen: Neben dem ehemaligen Parteipräsidenten Frank Engel müssen sich nun auch fünf CSV-Politiker vor Gericht verantworten. Brisant ist, dass die designierte Co-Präsidentin Elisabeth Margue und die designierte Co-Generalsekretärin aus dem Team Wiseler unter den Angeklagten sind. Prozessbeginn ist am 19. Oktober. Die Diskussion um das rechtliche Statut der Parteien soll derweil intensiviert werden.
Claude Wiseler auf dem CSV-Parteikongress im April. Im Hintergrund applaudieren Stéphanie Weydert (links) und Elisabeth Margue (rechts) – die sich nun beide bald vor Gericht verantworten müssen. Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Der avisierte Neustart der CSV steht für Parteipräsident Claude Wiseler und sein Team unter denkbar schwierigen Vorzeichen. „Meine einzige Zielsetzung ist, die Partei auf Vordermann zu bringen“, hatte Wiseler noch Ende April auf dem Parteikongress die Marschroute vorgegeben. Nun aber holt die Freundeskreis-Affäre das Team um den CSV-Chef wieder ein: Neben Frank Engel muss sich nämlich der gesamte ehemalige Vorstand des CSV-Freundeskreises bald vor Gericht verantworten – darunter auch die damaligen CSV-Vizepräsidentinnen Stéphanie Weydert und Elisabeth Margue. Dabei sollten die Politikerinnen, die derzeit im Nationalkomitee der Partei sitzen, eigentlich den geordneten Neuanfang der CSV einläuten, als sie die Partei Mitte März als Vizepräsidentinnen kommissarisch führten. Zudem wurde Elisabeth Margue auf dem Parteikongress zur designierten Co-Präsidentin und Stéphanie Weydert zur designierten Co-Generalsekretärin gewählt. Der Staatsanwaltschaft zufolge sind die Ermittlungen alle abgeschlossen – der Prozess soll am 19. Oktober beginnen und drei Tage dauern.