Kontrolle der Monarchie

Für Alex Bodry und Paul-Henri Meyers hat Großherzog Henris Brief politischen Charakter

Wusste die Regierung im Vorfeld über die öffentliche Stellungnahme des Großherzogs Bescheid? In einem etwas ungewöhnlichen Schritt wendet sich Großherzog Henri an die Öffentlichkeit, verteidigt Hof und Familie und ganz besonders seine Frau Maria Teresa. „Mit seiner unterschwelligen Medienkritik hat die Stellungnahme durchaus politischen Charakter“, erklärt der eben in den Staatsrat gewählte Alex Bodry gegenüber dem Tageblatt. Dieser Lesart stimmt auch Paul-Henri Meyers, der Vater der Verfassungsreform, zu.

Großherzog Henri und seine Ehefrau Maria Teresa haben in Anbetracht des Waringo-Berichts wenig zu lachen

Großherzog Henri und seine Ehefrau Maria Teresa haben in Anbetracht des Waringo-Berichts wenig zu lachen Foto: Editpress/Julien Garroy

Der Großherzog ist unantastbar. So steht es in der Verfassung geschrieben. „Für die Verfehlungen des Großherzogs muss die Regierung geradestehen“, erklärt Alex Bodry gegenüber dem Tageblatt. Deshalb sei es eigentlich üblich, dass das Staatsministerium bei öffentlichen Stellungnahmen Einblick erhält und diese vor Veröffentlichung gutheiße. Dies gelte vor allem für Stellungnahmen mit politischem Charakter – und diese hat der Brief des Großherzogs wegen seiner Medienkritik durchaus, findet Bodry: „Es ist ein Grenzfall: Einerseits stellt sich hier ein Mann vor seine Frau. Durch die Kritik an den Medien erhält dieser Brief jedoch eine politische Konnotation.“

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