Caritas-Affäre
Fedas wollte Caritas beistehen – Regierung empfing Dachverband jedoch erst im Dezember
Der Dachverband der sozialen Organisationen, Fedas, hatte der Regierung noch zu Beginn der Caritas-Krise seine Hilfe angeboten. Diese aber wartete bis Dezember für eine erste Kontaktaufnahme.
Taina Bofferding und Marc Baum meinen, dass die Hilfe der Fedas in der Caritas-Affäre durchaus hätte dienlich sein können Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Fedas ist am Montag in der Caritas-Spezialkommission vorstellig geworden. Der Dachverband der sozialen Organisationen habe laut den Oppositionsabgeordneten Taina Bofferding (LSAP) und Marc Baum („déi Lénk“) bereits im August Kontakt zur Regierung aufgenommen, um seine Hilfe anzubieten. „Die Fedas hatte bereits im August einen ersten Brief an die Regierung geschickt“, sagt Baum im Anschluss an die Sitzung gegenüber dem Tageblatt. Als keine Antwort von der Regierung kam, hat der Verband einen zweiten Brief geschickt – mit dem Ergebnis, dass von der Regierung lediglich eine Empfangsbestätigung erging. „Ein Zusammentreffen gab es dann erst im Dezember“, sagt Baum. Ob vielleicht eine oder mehrere Organisationen, die innerhalb der Fedas organisiert sind, mögliche Aktivitäten der Caritas übernommen hätten, bleibt unklar. „Da die Regierung diese Tür nicht aufgemacht hat, konnte diese Option seitens der Fedas nicht ernsthaft geprüft werden“, sagt Marc Baum und schlussfolgert: „Die Regierung hat das gesamte Krisenmanagement an einen verrenteten Unternehmensprüfer outgesourct.“