Postdirektor Claude Strasser

Erklärungen zum Thema Postbüroschließungen

Schließungen von Postbüros … muss das wirklich sein? Und wenn ja, warum? Das wollen wir im Gespräch mit Claude Strasser (49) in Erfahrung bringen. Der Postdirektor, seit dem 1. Mai 2012 im Amt, verweist auf (s)eine Strategie. Sie trage allen Herausforderungen Rechnung, um die Post wettbewerbsfähig zu halten. Die Luxemburger Post wird 1842 als Verwaltung gegründet. In den 180 Jahren hat sich vieles verändert, besonders im letzten Jahrzehnt. Die Angewohnheiten der Kunden, aber auch ihre Bedürfnisse angesichts einer hochtechnologisierten Welt. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Die Post ist heute der größte Arbeitgeber in Luxemburg – mit fast 4.700 Beschäftigten. Deren Gehälter, sämtliche laufenden Kosten und Investitionen muss die Post aus eigener Tasche bezahlen. Finanzielle Hilfe vom Staat gibt es keine. Wie ein Privathaushalt oder ein Unternehmen, muss die Post sich also der Decke nach strecken. Dazu gehört wohl auch, dass die Zahl der klassischen Postbüros seit 2015 halbiert wurde – leider, wie Claude Strasser im Gespräch zu verstehen gibt. Gleichzeitig weist der Postdirektor darauf hin, dass in den verbleibenden und neuen großen Postbüros ein besserer und kundenfreundlicher Service angeboten wird. Einen Hang zu Nostalgie gibt er übrigens auch zu erkennen.

Schließungen von Postbüros … muss das wirklich sein? Und wenn ja, warum? Das wollen wir im Gespräch mit Claude Strasser (49) in Erfahrung bringen. Der Postdirektor, seit dem 1. Mai 2012 im Amt, verweist auf (s)eine Strategie. Sie trage allen Herausforderungen Rechnung, um die Post wettbewerbsfähig zu halten. Die Luxemburger Post wird 1842 als Verwaltung gegründet. In den 180 Jahren hat sich vieles verändert, besonders im letzten Jahrzehnt. Die Angewohnheiten der Kunden, aber auch ihre Bedürfnisse angesichts einer hochtechnologisierten Welt. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Die Post ist heute der größte Arbeitgeber in Luxemburg – mit fast 4.700 Beschäftigten. Deren Gehälter, sämtliche laufenden Kosten und Investitionen muss die Post aus eigener Tasche bezahlen. Finanzielle Hilfe vom Staat gibt es keine. Wie ein Privathaushalt oder ein Unternehmen, muss die Post sich also der Decke nach strecken. Dazu gehört wohl auch, dass die Zahl der klassischen Postbüros seit 2015 halbiert wurde – leider, wie Claude Strasser im Gespräch zu verstehen gibt. Gleichzeitig weist der Postdirektor darauf hin, dass in den verbleibenden und neuen großen Postbüros ein besserer und kundenfreundlicher Service angeboten wird. Einen Hang zu Nostalgie gibt er übrigens auch zu erkennen.

Schließungen von Postbüros … muss das wirklich sein? Und wenn ja, warum? Das wollen wir im Gespräch mit Claude Strasser (49) in Erfahrung bringen. Der Postdirektor, seit dem 1. Mai 2012 im Amt, verweist auf (s)eine Strategie. Sie trage allen Herausforderungen Rechnung, um die Post wettbewerbsfähig zu halten. Die Luxemburger Post wird 1842 als Verwaltung gegründet. In den 180 Jahren hat sich vieles verändert, besonders im letzten Jahrzehnt. Die Angewohnheiten der Kunden, aber auch ihre Bedürfnisse angesichts einer hochtechnologisierten Welt. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Die Post ist heute der größte Arbeitgeber in Luxemburg – mit fast 4.700 Beschäftigten. Deren Gehälter, sämtliche laufenden Kosten und Investitionen muss die Post aus eigener Tasche bezahlen. Finanzielle Hilfe vom Staat gibt es keine. Wie ein Privathaushalt oder ein Unternehmen, muss die Post sich also der Decke nach strecken. Dazu gehört wohl auch, dass die Zahl der klassischen Postbüros seit 2015 halbiert wurde – leider, wie Claude Strasser im Gespräch zu verstehen gibt. Gleichzeitig weist der Postdirektor darauf hin, dass in den verbleibenden und neuen großen Postbüros ein besserer und kundenfreundlicher Service angeboten wird. Einen Hang zu Nostalgie gibt er übrigens auch zu erkennen.

Postdirektor Claude Strasser (49) über die Kritik an den Postbüroschließungen: „So schnell lassen wir uns nicht beeindrucken, wenn die ULC oder andere sich äußern“ 

Postdirektor Claude Strasser (49) über die Kritik an den Postbüroschließungen: „So schnell lassen wir uns nicht beeindrucken, wenn die ULC oder andere sich äußern“  Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Tageblatt: Schließungen von Postbüros. Bürger ärgern sich und der Verbraucherverband (ULC) fordert, dass die Post ihre Geschäftspolitik ändern soll. Ich nehme an, dass Sie sofort damit begonnen haben?

Claude Strasser (lacht): Nein, so schnell lassen wir uns nicht beeindrucken, wenn die ULC oder andere sich äußern.

Kümmert die Kritik Sie nicht?

Doch, ich hätte lieber Lob statt Kritik. Ich habe mehr als einmal versucht, unsere Entscheidungen in einen Kontext zu setzen und zu erklären, warum die Schließungen von Postbüros zu unserer Strategie gehören. Was mir vor allem missfällt, ist, dass die Kritik dem Kontext keine Rechnung trägt.

Was wäre denn passiert, wenn Sie kein Büro geschlossen hätten? Insolvenz, Pleite?

Nein, aber wir wären wahrscheinlich finanziell anders aufgestellt als wir es jetzt sind. Und wie wir auch aufgestellt sein müssen, um die Herausforderungen der nächsten Jahre anzugehen. Die schwierigen Zeiten sind nicht vorbei. Das haben wir bereits 2012 erkannt. Wir müssen uns permanent den Entwicklungen anpassen, modernisieren und dabei unsere Grundlagen nicht aus den Augen verlieren. Was geschieht zum Beispiel in den nächsten Jahren mit der Briefpost? Während fast 170 Jahren ist sie stetig gewachsen, aber seit 2013 wird es immer weniger.

Aber die Post ist doch ein Staatsbetrieb, denken oder sagen die Bürger. Bei Ebbe in der Kasse hilft der Staat?

Nein, ganz und gar nicht. Die große Öffentlichkeit ist sich dessen vielleicht nicht so bewusst. Wir sind das einzige „Etablissement public“ in Luxemburg, das eine rein kommerzielle Ausrichtung hat. Mit anderen Worten, wir müssen funktionieren wie ein Privatunternehmen, also uns selber finanzieren, können folglich nur das Geld ausgeben, das wir verdienen. Wir bekommen keine staatliche Unterstützung. Sämtliche Investitionen, vergangene und zukünftige, bezahlen wir integral mit eigenen Mitteln.

Sie sind der größte Arbeitgeber in Luxemburg. Rund 4.700 Beschäftigte haben Sie. Deren Löhne zahlen Sie also auch aus eigener Kasse?

Richtig!

Sind Sie überzeugt, dass die angebotenen Alternativen zu den geschlossenen Postbüros, ein „Point Post“ zum Beispiel, das richtige Angebot sind für jene Menschen, die sich jetzt beschweren? Jene, die nicht so mobil sind oder nicht so internetbegabt, jene, die gerne am Schalter Geld abheben, einen Scheck einlösen oder eine Überweisung tätigen möchten? Geldoperationen sind in einem „Point Post“ ja nicht möglich.

Ich verstehe ja einige der geäußerten Kritikpunkte. Man muss aber das große Ganze sehen, also auch die Vorteile, die durch eine Umstrukturierung entstehen. Beispielsweise die mitunter sehr langen Öffnungszeiten eines „Point Post“. Zudem wollen wir im „Espace Post“, wo sämtliche Operationen möglich sind, einen kundenfreundlicheren Dienst bieten. Das ist aber leider nicht an 100 Stellen im Land möglich. Auch das ist Teil der Gleichung, für die ich stehe. Übrigens schließen wir ja nicht nur, sondern eröffnen auch: einen „Espace Post“ jüngst mitten in der Hauptstadt und demnächst im Belval Plaza in Esch und etwas später in Remich.

Fassen wir zusammen: Die Post muss sich der Decke nach strecken.

Ja, das habe ich auch nie geleugnet. Doch neben der wirtschaftlichen Notwendigkeit treibt uns vor allem der Wunsch nach besseren Dienstleistungen.

Warum sehen Kritiker das scheinbar nicht?

Schwer zu sagen, aber da spielt wohl auch viel Nostalgie mit, das ist verständlich. Die Franzosen sind einen anderen Weg gegangen. Kaum Schließungen, dafür aber sehr eingeschränkte Öffnungszeiten, 2 Stunden pro Woche beispielsweise je nach Postamt.

Sie würden auf Kosten der Kundschaft mehr Gewinn machen wollen, heißt es.

Stimmt aber nicht, darum geht es nicht im Geringsten.

Aber Verluste wollen Sie vermeiden, Geld bestmöglich einsetzen? Sonst würden Schließungen ja keinen Sinn ergeben.

Postbüros sind ein Kostenpunkt. Wenn wir veränderten Bedürfnissen Rechnung tragen und bessere Dienste anbieten wollen, müssen wir uns anpassen. Dazu gehören beispielsweise die zahlreichen Post-PackUp-Stellen, wo man sich Pakete hinliefern lassen und sie flexibel rund um die Uhr abholen kann. Diese Punkte erfreuen sich großer Beliebtheit.

Sie wollen die Briefträger stärker einbinden, um verschiedene Operationen vor Ort, also an der Haustür erledigen zu können.

Ja, aber das ist eigentlich nichts Neues. Der Briefträger ist seit jeher für viele Menschen eine Bezugsperson, der sie vertrauen und der sie ruhig Einschreibebriefe oder auch kleinere Finanzoperationen anvertrauen können.

Keine Einwände von den Briefträgern?

Nein!

Reden wir über die Zukunft, über Herausforderungen. Was kommt auf die Post zu?

In den vergangenen 10 Jahren haben wir 30 % an Volumen bei der Briefpost verloren. Der Trend setzt sich fort. Das wirkt sich auch auf den Umsatz aus.

Gleichzeitig müssen Sie den „Service universel“ aufrechterhalten.

Ja. Fünfmal die Woche Post ausliefern im ganzen Land, Privathaushalte, Geschäfte und Unternehmen sowie die gelben Briefkästen leeren. Das werden wir als Post auch weiterhin gerne machen, bekommen aber auch dafür keine Gegenleistung. Eine Mindestzahl an Postbüros ist übrigens im „Service universel“ nicht vorgesehen.

Andere Herausforderungen?

Alles was die Informations- und Telekommunikationstechnologien anbelangt, mitsamt den dafür nötigen Übertragungstechniken und Netzen. Jene sind wir dabei auf Vordermann zu bringen, also hauptsächlich von altgedienten Kupferleitungen auf Glasfaser umzustellen. 2035 wollen wir komplett damit durch sein.

Und sonst?

Schritt zu halten mit allen Entwicklungen, die unsere Kunden brauchen. Wenn wir als Post nicht total marginalisiert werden wollen, dann dürfen wir uns nicht zurückdrängen und ein reiner Infrastrukturanbieter sein, sondern immer stärker auch ein guter Serviceanbieter bleiben und noch besser werden. Das haben meine Vorgänger bereits erkannt und damit begonnen, die Weichen zu stellen.

Und jetzt eröffnet die Post ein Hotel.

Claude Strasser (lacht): Nein, das nicht …

… aber Sie bleiben Besitzer vom Hôtel des Postes.

Ja, aus gutem Grund. Es war für uns nämlich bereits eine gewichtige Entscheidung, das Gebäude am Aldringen, mit dem eine große Symbolik und viel Nostalgie verbunden ist, als Sitz der Post aufzugeben. Aber verkaufen wollten wir es nicht, auch wenn es wirtschaftlich vielleicht die beste Lösung gewesen wäre. Wir bleiben also Besitzer und wachen darüber, dass alle Umbauten so geschehen, wie wir uns das vorstellen, und sind sehr froh, dass ein Hotel und ein Restaurant einziehen und auch der Innenhof dem Publikum zugänglich gemacht wird.

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