Luxemburg

Ein Tarif für alle: Steuer soll unabhängig vom Lebensmodell werden

Die Regierung plant eine umfassende Steuerreform: Künftig soll ein einheitlicher Tarif gelten – unabhängig von Familienstand oder Partnerschaft. 

Die familiäre Situation soll künftig bei den Steuern keine Rolle mehr spielen

Die familiäre Situation soll künftig bei den Steuern keine Rolle mehr spielen Grafik: Tageblatt/Canva

Die geplante Steuerreform der Regierung sieht vor, die drei bestehenden Steuerklassen durch eine einzige – einen „Barème unique“ – zu ersetzen. Darüber berichten Radio 100,7 und RTL am Freitag. Die Reform könnte laut 100,7 rund 900 Millionen Euro kosten. Der hohe Betrag ergebe sich daraus, dass niemand mehr Steuern zahlen soll als bisher. Der Reform liege das Prinzip der Individualbesteuerung zugrunde: Die familiäre Situation soll künftig keine Rolle mehr spielen.

Insbesondere Alleinstehende (Steuerklasse 1) würden dadurch deutlich entlastet – in manchen Fällen bis zur Hälfte des bisherigen Betrags. Für rund 15 Prozent der heutigen Steuerpflichtigen in Klasse 2 – meist verheiratete Paare – könnten hingegen höhere Steuerlasten entstehen. Denn: Bei gleichen Gehältern sei die Reform vorteilhaft, bei ungleichen könnten die Belastungen steigen. Für die rund 100.000 betroffenen Dossiers sei eine 20-jährige Übergangsfrist geplant.

Die Reform könnte nach Angaben von Finanzminister Gilles Roth (CSV) 2028 in Kraft treten. Laut Regierung trage sie gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung, indem sie die Steuerklassen von der familiären Situation entkoppelt. Auch die Steuerverwaltung würde durch die Vereinheitlichung entlastet. Ein entsprechender Gesetzestext liegt nach Angaben von RTL jedoch noch nicht vor. Der Finanzminister habe den Fraktionen erste Szenarien präsentiert. Weitere Gespräche, auch mit den Sozialpartnern, sollen folgen. (les)

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