Elektromobilität bei der Post

Die Zukunft der Zustellung: Vom Paxster bis zur Drohne

Am Rande der Präsentation der Elektromobilität bei der luxemburgischen Post in Bascharage unterhielt sich das Tageblatt mit Gaston Bohnenberger, Direktor von Post Technologies, und Mario Treinen, Direktor von Post Courrier, über die Zukunft der Brief- und Paketzustellung. 

Ein älteres Elektro-Dreirad steht neben dem neuen elektrischen Zustellfahrzeug, dem Paxster

Ein älteres Elektro-Dreirad steht neben dem neuen elektrischen Zustellfahrzeug, dem Paxster Foto: Editpress/Julien Garroy

LINK Präsentation: Fuhrpark der Post soll bis 2026 zu 90 Prozent elektrisch sein

Tageblatt: Herr Bohnenberger, seit wann setzt die Post auf das elektrische Zustellfahrzeug Paxster, von dem bis Ende des Jahres 35 Stück in Ihrer Flotte sein werden?

Gaston Bohnenberger: 2017 haben wir zum ersten Mal einen Paxster angeschafft. Vorher hatten wir andere Modelle ausprobiert, waren damit aber nicht zufrieden. Seitdem sind sie im Einsatz – und sie sind wirklich sehr gut. Wir haben keinerlei Probleme mit den Fahrzeugen. Sie kommen aus Norwegen, haben eine Reichweite von 60 Kilometern, eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und sind stabil gebaut. Sie bieten alles, was wir brauchen.  

Was war das wichtigste Kriterium bei der Anschaffung?

G.B.: Vorher wurden die Runden zu Fuß oder mit Handwagen absolviert. Was ist wichtig? Schneller beim Kunden zu sein sowie weiter und länger Briefe in einer bestimmten Zeit austragen zu können – und das ist mit dem Paxster möglich. Mittlerweile ist ja auch der Paketversand dazugekommen, was mehr Platz braucht. Mit dem Paxster und seiner Ladefläche kann man auch die Pakete problemlos verstauen. Die Fahrzeuge sind hauptsächlich in der Stadt Luxemburg unterwegs. Und dafür sind sie ideal, denn sie brauchen wenig Platz. 

Herr Treinen, gibt es schon Überlegungen, wie es weiter gehen wird? Wird es in Zukunft andere Fahrzeuge geben?

Mario Treinen: Auf der einen Seite denken wir darüber nach, ob etwa E-Bikes, vielleicht mit Anhänger, für die Stadtmitte sinnvoll sein können. Dort ist der Paxster vielleicht ein bisschen zu groß. Unsere Briefträger absolvieren noch viele Runden zu Fuß. Für diese Runden wäre ein elektrischer Handwagen eventuell sinnvoll. Auf der anderen Seite wären Paxster mit mehr Ladevolumen hilfreich. Wir befinden uns, was neue Fahrzeuge angeht, aber noch in der Studienphase.

Gaston Bohnenberger

Gaston Bohnenberger Foto: Editpress/Julien Garroy

Während der Präsentation wurden auch Drohnen angesprochen. Wie sehen die Überlegungen der Post in diesem Bereich aus?

G.B.: Wir haben ein Pilotprojekt mit Drohnen gestartet, es geht aber erst einmal nur um eine Strecke von A nach B. Konkret geht es um ein Labor, das Blutproben in ein Krankenhaus schickt. Das soll natürlich schnell geschehen. Es geht eher um solche Fälle als um Paketzustellungen, denn hier sind noch zu viele Fragen offen. Wo würde man eine Drohne das Paket hinbringen lassen? Vor die Tür? Das ist momentan noch schwer vorstellbar.

Wie stellt sich die Post den Transport der Zukunft vor?

G.B.: Was heute gut funktioniert, sind die PackUp-Stationen. Das wird wirklich sehr viel genutzt. Wir werden aber so lange wie möglich die Auslieferung übernehmen. Denn es ist wichtig, zum Kunden nach Hause zu gehen.

Falls selbstfahrende Autos die Zukunft sind, kann sich die Post vorstellen, diese zu benutzen?

M.T.: Wir bieten eine Dienstleistung an. Unsere Mitarbeiter fahren ja nicht nur, sondern sie stellen Briefe und Pakete zu. Wir arbeiten nicht auf eine vollständige Automatisierung hin. Fahrzeuge, die den Mitarbeitern helfen, sicherer zu fahren, sind auf jeden Fall sinnvoll. Wir werden wahrscheinlich mit dem Trend mitgehen. Das ist aber jetzt gerade keine Priorität. Wir konzentrieren uns darauf, so wenig Kilometer wie möglich zu fahren – und das am besten elektrisch.

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