Ein Blick auf die Daten

Wer in Luxemburg den Mindestlohn verdient

14 Prozent der Arbeitnehmer in Luxemburg verdienen den Mindestlohn. Die meisten arbeiten im Horeca, im Einzelhandel und in der Kategorie „sonstige Dienstleistungen“. Im öffentlichen Dienst und im Finanz- und Versicherungswesen sind sie nicht oder kaum zu finden.

Beschäftigte in Luxemburg erhalten sozialen Mindestlohn, Symbolbild für faire Bezahlung und Arbeitsmarkt in Luxemburg

Rund 68.000 Beschäftigte in Luxemburg verdienen den sozialen Mindestlohn Symbolfoto: Editpress/Julien Garroy

Vor zwei Wochen hat die CSV-DP-Regierung beschlossen, den Mindestlohn nicht strukturell zu erhöhen. Die 1973 eingeführte und inzwischen zum „Automatismus“ gewordene zweijährige Anpassung an die allgemeine Lohnentwicklung soll jedoch am 1. Januar 2027 erfolgen. Dadurch wird der Mindestlohn um 3,8 Prozent steigen. Laut aktuellen Angaben der „Inspection générale de la sécurité sociale“ (IGSS) verdienen in Luxemburg rund 68.000 Beschäftigte (in etwa) den sozialen Mindestlohn, davon 57 Prozent den unqualifizierten in Höhe von 2.703,74 Euro und 43 Prozent den qualifizierten von 3.244,48 Euro.

Die meisten Mindestlohnempfänger finden sich im Horeca (49%), im Einzelhandel (29%) und in der sehr diversen Kategorie „sonstige Dienstleistungen“ (32%), unter die u.a. Kosmetik- und Frisörsalons fallen. Im öffentlichen Dienst und in der Finanz- und Versicherungsindustrie arbeiten keine oder sehr wenige Mindestlohnempfänger. Der Anteil der Mindestlohnempfänger an der Gesamtbeschäftigung („emploi salarié intérieur“ des Statec) liegt bei rund 14 Prozent. Rechnet man den öffentlichen Dienst heraus, steigt ihr Anteil auf 18 Prozent. Lässt man zusätzlich den Versicherungs- und Finanzsektor weg, bezieht ein Fünftel der in Luxemburg beschäftigten den Mindestlohn.

In absoluten Zahlen beziehen mehr Männer den Mindestlohn, doch gemessen an den Gesamtbeschäftigten liegt der Anteil der Frauen mit fast 15 Prozent etwas über dem der Männer. Auch verdienen Frauen öfter als Männer den unqualifizierten Mindestlohn.

Nach Alter ist der unqualifizierte Mindestlohn am häufigsten in der Gruppe der 20 bis 30-Jährigen, nimmt danach schrittweise ab. Trotzdem arbeiten in Luxemburg fast 6.800 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren für den unqualifizierten Mindestlohn.

Rund ein Fünftel der Mindestlohnempfänger hat die luxemburgische Staatsbürgerschaft. Den unqualifizierten Mindestlohn beziehen Luxemburger am häufigsten (22%), vor den Franzosen (20%), Portugiesen (19,5%) und Migranten aus Drittstaaten (18%). Den qualifizierten Mindestlohn verdienen fast doppelt so viele Franzosen wie Luxemburger.

Rund ein Drittel der Mindestlohnbezieher wohnt in der französischen Grenzregion, fast ein fünftel im Kanton Esch. In Luxemburg ist der Anteil derer, die den unqualifizierten Mindestlohn verdienen, in fast allen Kantonen mindestens doppelt so hoch wie der mit dem qualifizierten.

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