Rede zur Lage der Nation

CSV-Premier Luc Frieden appelliert an das Nationalbewusstsein

In seiner dritten Rede zur Lage der Nation appellierte CSV-Premier Luc Frieden an das Nationalbewusstsein der Luxemburger. Es klang wie eine Aufforderung an die Gewerkschaften, sich bei der anstehenden Tripartite der rechtsliberalen Regierungspolitik endlich zu fügen. Unbequeme Themen wie die schlechte Finanzlage des Staates und die drohendende Rezession umschiffte der selbsterklärte „Kapitän“.

Kapitän Luc Frieden mit Regierungskollegen Xavier Bettel, Serge Wilmes und weiteren Politikern im Parlament am Dienstag

„Kapitän“ Luc Frieden (M.) mit seinen Regierungskollegen Xavier Bettel, Serge Wilmes, Elisabeth Margue, Max Hahn, Léon Gloden, Martine Hansen und Marc Spautz am Dienstag im Parlament Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

In seiner dritten Rede zur Lage der Nation im Parlament rief CSV-Premier Luc Frieden die „Natioun“ zum Zusammenhalt in Krisenzeiten auf: „De sozialen Zesummenhalt ass dat Wäertvollst, dat mir als Natioun hunn.“ Über 70-mal kam der Begriff „Zesummen“ in unterschiedlichen Kombinationen und Kompositionen in der rund 80-minütigen Ansprache vor: Als „Zesummeliewen“, „Zesummenaarbecht“, 16-mal als „Zesummenhalt“. Zusätzlich griff Frieden auf verwandte Begriffe wie „gemeinsam“ (13-mal) und „mateneen“ (zehnmal) zurück. Mit rund 54.000 Zeichen in der schriftlichen Version war „Mateneen. Fireneen“ Luc Friedens bislang kürzeste Rede zur Lage der Nation. Die vom vergangenen Jahr umfasste 68.000, die von 2024 rund 60.000 Zeichen.

„Well d’Natioun, dat si mir – all mateneen. Et kann ee se net faassen, an awer ass se ganz konkret. Eng Natioun ass e Grupp, eng Gesellschaft, e Schicksal, dat zesumme geschaaft, erlieft an erënnert gëtt.“ „Kapitän“ Luc Frieden appellierte an das Nationalbewusstsein der Luxemburger, die etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung und ein Viertel der Gesamtbeschäftigten des Landes ausmachen. Es ist diese minoritäre „Schicksalsgemeinschaft“, die das Land gestaltet, die exklusiv über das Kammerwahlrecht verfügt. Ausländer und Grenzgänger gehören nicht dazu. Dass vor allem letztere täglich stundenlang im Stau stehen oder im Zug sitzen, ist dem Premier scheinbar egal.

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