Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vom Lebensraum zur Spielwiese für Kapitalanleger entwickelt. Die Stadt Luxemburg ist in besonderem Maße von dieser Entwicklung betroffen. Elf Gruppen von Privatpersonen und elf Privatgesellschaften verfügen zusammen über 63% des Baulands mit einem Gesamtwert von 3,8 Milliarden Euro. Diese Machtkonzentration erlaubt es ihnen, die Stadtentwicklung entscheidend mitzuprägen. Der Schöffenrat hat sie bislang nicht daran gehindert. Mit dem Resultat, dass seelenlose Viertel wie Kirchberg oder „Ban de Gasperich“ entstanden, die zum Sinnbild einer verfehlten Stadtplanung geworden sind. Um solche Fehlplanungen künftig zu verhindern und den Bürgern mehr Mitspracherecht zu gewähren, haben Einwohner der Stadt Luxemburg die Vereinigung „Eis Stad“ gegründet. Vordergründig will sich die Initiative an der Gestaltung des neuen Wohnviertels am „Stade Josy Barthel“ beteiligen. Längerfristig will sie die Bürgerbeteiligung in Luxemburg institutionalisieren.
27.01.2020