Der Politflüsterer

Warum es Zeit wird, über den Tellerrand zu schauen

2026 – Krieg, Waffenhandel und politische Ignoranz prägen die Welt. Doch nur ein gemeinsamer Blick auf unsere Erde kann Frieden und Zukunft sichern, findet der Politflüsterer.

Blick aus dem Weltraum auf die Erde als kleine blaue Murmel vor schwarzem Hintergrund

Die Erde gleicht vom Weltraum aus betrachtet einer kleinen, blauen Murmel Foto: NASA/dpa

Die Menschheit, unendliche Kriegslust. Wir schreiben das Jahr 2026. Anfang der Woche führte Israel eine neue Todesstrafe ein, hunderte Raketen wurden geschossen, tausende Drohnen sind explodiert. Täglich werden Milliarden Dollar regelrecht zu Asche. Im Iran sterben seit Jahren tausende Menschen. Hingerichtet von der eigenen Regierung, hingerichtet von Israel und den USA. Im Sudankrieg wurden seit 2023 wohl Hunderttausende ermordet, die humanitäre Katastrophe interessiert nur wenig, weil der Benzinpreis dadurch nicht steigt. Die Welt schaut lieber nach Öldorado – und wettet. Täglich zitiert die Weltpresse einen blond gefärbten Trampel, dessen Aussagen so bedeutungsschwanger sind wie die eines gackernden Huhns. Und nach jedem Satz steigen oder sinken die Ölpreise. Im Casino der Superreichen hätte der Politflüsterer vielleicht mehr Chancen als Wettflüsterer – aber die Moral!

Während Iran mittlerweile Kinder für die Verteidigung rekrutiert, reiben sich Investoren die Hände: Waffen, Waffen, Waffen. Sogar der auf Hitler zurückgehende Volkswagen-Konzern will wieder in Rüstung investieren. Bumm, bumm, bumm. Die Zeiten sind durchaus düster, dem Politflüsterer fehlen die Worte. Selbst im „Star Trek“-Universum bricht 2026 der dritte Weltkrieg aus. Der Traum einer Vereinten Erde, gar einer Vereinigten Föderation der Planeten, stünde laut Sci-Fi-Epos erst ab 2063 in Aussicht. Und zwar dann, wenn die letzte Atomrakete nicht auf Staaten, sondern in den Weltraum gerichtet wird – und der Mensch erkennt, dass er sich selbst verbessern, statt sich bereichern sollte.

Zumindest die NASA will noch zum Mond, oder drumherum. Natürlich geht es dabei um das Image der USA. Und dennoch: Es täte dem Überleben unserer Spezies gut, den Blick über den Tellerrand zu heben, und die blaue Murmel, auf der wir leben, von außen zu betrachten. 1972, ein Jahr vor der ersten Ölpreiskrise, knipsten Astronauten das weltberühmte Foto der erleuchteten Erde, „Blue Marble“. Es wurde auf zahlreichen Umweltbewegungen verteilt. Ein gemeinsames Zuhause verbindet. In dieser Sekunde leben Amerikaner, Europäer und Russen friedvoll auf engstem Raum auf der Internationalen Raumstation. Es ist also doch möglich.

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