Wahlflüsterer
Unser Allerheiligstes
Foto: Manuel Navarro/dpa
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Was für ein stressfreier Start in die Woche. Kaum Verkehr auf den Straßen, der Weg zur Arbeit kommt einem plötzlich so kurz vor. Das wird eine gute Woche, denkt der Wahlflüsterer auf dem Weg vom Parkhaus ins Büro. Dort geht es ähnlich ruhig zu wie auf der Autobahn. Vermutlich hatten die Arbeitskollegen ein anstrengendes Wochenende und werden etwas später eintreffen.
Spätestens aber als ein Mitarbeiter eines Ministeriums erklärt, dass mit einer Antwort auf eine klitzekleine Verständnisfrage erst kommende Woche zu rechnen ist, fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Es sind mal wieder Schulferien, unser Allerheiligstes. Der Wahlflüsterer hatte sich im Kalender vertan und seinen Urlaub zwei Wochen zu spät beantragt. Was soll er denn bloß in einer Woche tun, in der das gesamte Land mal wieder nicht erreichbar ist? Nicht einmal aus Senningen ist etwas zu hören. Ob der #neieLuc und der alte Xavier auch Urlaub machen? Das muss dann diese berüchtigte Flexibilisierung der Arbeitszeit sein, von der CSV und DP bereits seit Monaten schwärmen.
Ende der Woche dann doch ein Lebenszeichen aus dem Schloss. Am Montag, pünktlich zum Ende der Schulferien, geht es weiter. Ob wir dann schon etwas über die Zusammensetzung der Regierung erfahren werden? Welches Ressort, neben dem Sportministerium, hat der Herr Formateur noch für den Bürgermeister der größten Südgemeinde übrig? Nach dem Arbeitsministerium scheint nun auch das Innenministerium in weite Ferne gerückt zu sein. Hierfür soll ein anderer Kandidat aus einer großen Südgemeinde, der nicht nur über Erfahrung als Bürgermeister, sondern auch als Minister verfügt, seinen Hut in den Ring geworfen haben. Bevor jetzt die Beamten panisch ihren Rückflug von den Kanaren in letzter Sekunde stornieren: Keine Sorge, ihr werdet auch in Zukunft nicht mit „Salut, du Oarsch, bass du och hei?“ begrüßt. (Chris Schleimer)