Der Politflüsterer

Humorlose ADR? Und andere gewürzte Storys

Ein Kreuz für die Sterneköchin, ein Restaurant im Schloss, ein geschmackloser Aprilscherz: Der Politflüsterer serviert diese Woche ein Süppchen mit reichlich Pfeffer.

Kochlöffel rührt cremige Sauce in Pfanne – Schritt für perfektes Kochergebnis und Auszeichnung

Einfach noch etwas umrühren, dann klappt es auch mit der Auszeichnung Foto: Editpress/Alain Rischard

Wäre es nicht schön, in die Zukunft reisen zu können, dachte der Politflüsterer.

Da ließe sich vielleicht beobachten, wie ein berühmter „Bräiläffel“ des Landes eine hohe Auszeichnung aus den Händen des deutschen Bundespräsidenten erhält. Nein, nicht Jean Asselborn. Obwohl man ihm zutrauen würde, neben seinen vielen Fahrradkilometern noch rasch beim Kochkollegen Frank-Walter ein gutes Wort eingelegt zu haben. Für Lea Linster. Die Sterneköchin soll das Bundesverdienstkreuz bekommen. Nach der französischen Ehrung im vergangenen Jahr wäre das nun also die nächste Auszeichnung. Manche kochen gut. Andere kennen die richtigen Leute. Oft geht beides Hand in Hand.

Was beim Würzen gilt, ist auch in anderen Lebenslagen nie verkehrt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Im Hinblick auf die lustige Einkehr von Guillaume und Stéphanie am 24. April in Esch musste angeblich jüngst am Brillplatz „kontrolliert“ werden. Ein Sicherheitscheck im Rahmen der geplanten Seiltänzernummer. Nicht, dass am Ende noch jemand herunterfällt, wenn der Brill zum Grill wird.

Aprilscherze sind in Zeiten industriell gefertigter Falschnachrichten so eine Sache. Umso schöner, wenn noch jemand versucht, lustig zu sein. Der Streich der LSAP Sanem hatte zumindest Witz. Einladung ins „Restaurant Schloss Sanem“ als Vorbote der angekündigten Hotel- und Tourismusschule. Das war hübsch. Glaubwürdig war es weniger. Bis diese Schule kommt, wäre selbst das Dessert längst verschimmelt. Aber gut: Als Satire funktionierte es besser als manches, was in der Kommunalpolitik sonst als Planung verkauft wird.

Weniger geistreich geriet der Humorversuch der ADR in Sanem. Dort präsentierte man Bürgermeisterin Simone Asselborn-Bintz kurzerhand als neues ADR-Mitglied. Aua! Humor war noch nie die Königsdisziplin der ADR-Leute. Vielleicht ist Humor gerade deshalb das beste Mittel, um sie zu kitzeln.

Der Politflüsterer hofft derweil, dass ihm nicht eines Tages dasselbe blüht wie dem Düsseldorfer Karnevalisten Jacques Tilly. Der hatte Putin mit einem bissigen Motivwagen verspottet. Der Kreml reagierte erwartbar humorlos und ließ Tilly zu achteinhalb Jahren Haft verurteilen. Offiziell wegen Verletzung religiöser Gefühle und wegen Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte. Zum Glück war Tilly nicht selbst anwesend. Sonst hätte womöglich noch jemand gelacht. Und das wäre in manchen Systemen bekanntlich das schwerste Verbrechen von allen. (Marco Goetz)

1 Kommentare
JJ 11.04.202614:32 Uhr

Der einzige gelungene Witz der ADR war ihr Wahlplakat vor Jahren.Blau/Weiß/Rot schimmerte die Luxemburger Fahne vom Plakat und man war stolz Luxemburger zu sein. Denn: Wir wollen bleiben was wir sind:humorlose Hetzer. Übrigens wann reist unser "Euro-Kartheiser" wieder nach Moskau?

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